Vorhang auf für eine große Persönlichkeit: das Kneipp VolksMusical

Er war ein Menschenfreund, mutig, voller Forscherdrang – und handelte sich damit so manchen Konflikt ein: Sebastian Kneipps Leben bietet die perfekte Vorlage für die große Bühne. Das dachte sich 2008 auch die erfahrene Musikproduzentin Sanni Risch aus Bad Wörishofen. Nach fast zehn Jahren Vorbereitung, Organisation und intensiven Proben, wurde 2017 das erste Kneipp VolksMusical im großen Saal des Kurhauses Bad Wörishofen aufgeführt.

Nach dem großen Erfolg der ersten Vorstellungen wird das Musical vom 9. bis 12. Mai 2018 erneut am Originalschauplatz Bad Wörishofen zu sehen sein. Tickets sind beispielsweise bei der Gäste-Info Bad Wörishofen erhältlich.

Über 100 darstellende Musiker und Tänzer wirken am Musical mit, darunter viele Menschen aus der Region. „Sogar unser Stadtpfarrer hat eine Rolle übernommen“, verrät Sanni Risch, die nicht nur die gesamte Musik komponierte, sondern zudem für die Regie verantwortlich zeichnet. Mit ihrem Musical will sie den Zuschauern auf ebenso spannende wie humorvolle Weise das Leben Sebastian Kneipps näherbringen. „Ich möchte den ganzen Menschen Kneipp zeigen, seinen Weg vom Webersohn aus einfachsten Verhältnissen übers Pfarramt bis hin zum gefeierten ‚Wasserdoktor‘. Gleichzeitig war er ein echter Allgäuer Dickschädel, der stets seinen Kopf durchsetzte und den Menschen Gutes tun wollte.“

 

Diese Faszination für die Persönlichkeit Sebastian Kneipps merkt man dem fertigen Stück in jedem Takt an: packende Rhythmen, gefühlvolle Balladen, große Volksszenen und ein Live-Orchester sorgen am Originalschauplatz von Kneipps Wirken für eine authentische Atmosphäre. 

Auch Veronika Resch hat das Musical-Fieber gepackt. Die langjährige Kneipp-Mitarbeiterin aus Bad Wörishofen ließ es sich nicht nehmen, bei dem Musical mitzuwirken.

Ein musikalisches Naturtalent

Frau Resch, Sie sind seit rund zehn Jahren Shopleiterin des Kneipp Shops Bad Wörishofen – und nun auch noch frischgebackene Musicaldarstellerin. Wie kam es zu Ihrem Einstieg ins „Showbusiness“?
Also soviel steht fest: Große Schauspielpläne hatte ich keine (lacht). Das hat sich im Grunde einfach so ergeben. Letztes Jahr las ich zufällig eine Zeitungsannonce, in der Mitglieder für einen Projektchor gesucht wurden. Dieser sollte anlässlich des Todestages von Sebastian Kneipp in Bad Wörishofen eine Messe mitgestalten. Ich fand das eine tolle Sache – und wusste gleich: Wenn du schon bei Kneipp bist und jeden Tag die Produkte verkaufst, musst du da einfach mitmachen! Das Ganze war ein voller Erfolg und eine wahnsinnig tolle Erfahrung. Nach dem Projekt fragte mich die Projektleiterin Sanni Risch, ob ich nicht Lust hätte, beim geplanten Kneipp-Musical dabei zu sein. So kam schließlich eins zum anderen.

Klingt ja nach einer echten „Bilderbuchkarriere“. Haben Sie denn eine musikalische Vorbildung?
Nein, überhaupt nicht, das ist ja das Kuriose. Ich stamme aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Bad Wörishofen, habe nie ein Instrument gelernt und kann auch keine Noten lesen. Im Chor hat das trotzdem super geklappt. Als ich dann hörte, dass im Musical viele Leute mit deutlich mehr Gesangserfahrung mitwirken, war mir doch ziemlich mulmig zumute. Ich wurde aber von Anfang an so herzlich in die Mannschaft aufgenommen, dass ich auf jeden Fall mit auf der Bühne stehen wollte – selbst wenn ich mich am Ende „nur“ für eine Sprechrolle entschieden habe. Beim Gedanken an eine Solo-Singrolle war das Lampenfieber einfach etwas zu groß (lacht).

Welche Rolle haben Sie im Musical genau?
Ich spiele eine der Dominikaner-Nonnen, die im örtlichen Kloster lebten, als Sebastian Kneipp 1855 nach Wörishofen versetzt wurde. Für „uns Nonnen“ war das ein echter Glücksfall, schließlich wäre das Kloster wohl sonst bald aufgelöst worden.

Das Musical erzählt ja den gesamten Lebensweg Sebastian Kneipps. Welchen Eindruck haben Sie bei der Beschäftigung mit dem Drehbuch von dem Menschen Kneipp gewonnen?
Ich würde sagen, Sebastian Kneipp war ein robuster, zielstrebiger Mensch, der mit seinen Mitteln anderen Gutes tun wollte. Wenn jemand zum Beispiel arm war, musste er für seine Behandlung nichts bezahlen. Und obwohl ich schon einiges über seine Lebensgeschichte wusste, habe ich auch noch viel Neues gelernt. Zum Beispiel zeigt das Musical ziemlich eindrucksvoll, was damals in Bad Wörishofen los war, als regelrechte Menschenmassen hierher pilgerten. Damit hat er sich ja nicht nur Freunde gemacht …

Gibt es in der Inszenierung eine Szene, die Ihnen besonders gefällt?
Ja, eindeutig die Tanzeinlage, in der der Teufel versucht, Sebastian Kneipp in seinen Bann zu ziehen. Kneipp stößt ihn dabei immer wieder von sich. Das ist ein tolles Symbol dafür, dass wir alle mal mit unseren dunklen Seiten kämpfen müssen. Insgesamt ist sich Pfarrer Kneipp aber trotz seines großen Erfolges zeitlebens treu geblieben – das hat mich wirklich tief beeindruckt.

Was nehmen Sie persönlich aus dem Musical mit?
Für mich ist es hauptsächlich das Thema Balance, die Ausgeglichenheit. Ich finde, da wir können gerade heute eine ganze Menge von Sebastian Kneipp lernen. Er hat immer wieder gesagt: „Alles zu seiner Zeit und alles im rechten Maß“. Das versuche auch ich in meinem Alltag umzusetzen.

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