Olive: ein Baum für den Frieden

Kurz & knapp

Wissenschaftlicher Name: Olea europaea L.
Volksnamen: Ölbaum, Olivenbaum
Familie: Ölbaumgewächse, Oleaceae
Herkunft: Mittelmeerraum, Schwarzes Meer
Heutige Anbaugebiete: Mit Ausnahme einiger äquatornaher Höhenlagen liegen alle heutigen Anbaugebiete zwischen dem 30. und 45. Grad nördlicher beziehungsweise südlicher Breite.

Botanik: Olivenbäume können älter als 1.000 Jahre werden. Die Wildform (ssp. Sylvestris) ist ein sparriger Strauch oder kleiner Baum mit ölarmer Frucht. Die kultivierte Form (ssp. Sativa) kann bis zu 10 Meter hoch werden und trägt ölreiche, fleischige Früchte. Im Alter von etwa 10 Jahren setzt der Olivenbaum die ersten Früchte an, eine voll ergiebige Ernte ist erst nach weiteren zwei Jahrzehnten möglich. Die Früchte sind zuerst grün, werden dann rötlich und bei voller Reife blauschwarz.
Verwendete Pflanzenteile: Das Olivenöl wird durch Vermahlung und Kaltpressung der reifen Steinfrüchte gewonnen.

Historische und volkstümliche Verwendung

Wenn sogar ein so mächtiges und im Altertum gefürchtetes Volk wie die Spartaner vor einem Olivenhain Halt machen, dann muss es mit diesen Bäumen schon etwas Besonderes auf sich haben. Bei ihrem siegreichen Feldzug gegen die Athener im 5. Jahrhundert vor Christus verschonten die Krieger deren Olivenhaine aus Furcht vor der Rache der Götter. 

Doch nicht nur wegen seiner hohen Symbolkraft besaß der Olivenbaum bei antiken Kulturen – von Minoern über Griechen bis zu den Römern – existenzielle Bedeutung. Das aus den Steinfrüchten gewonnene Öl diente als vielseitiges Therapeutikum.

Es wurde zur Behandlung verschiedenster Leiden in Kombination mit anderen Lebensmitteln eingenommen, auf die Haut aufgetragen, eingeträufelt, injiziert und als pflegendes Kosmetikum verwendet. Selbst die Götter sollen es genossen haben, sich mit Olivenöl einzureiben, um ewige Schönheit zu erlangen – ein Brauch, der auch bei Herrschern, Königinnen und Co. zum Ritual wurde.

Übrigens: Wären die Spartaner den athenischen Olivenbäumen wirklich zu Leibe gerückt, hätten sich die irdischen Konsequenzen in Grenzen gehalten: Denn werden Olivenbäume zerstört oder niedergebrannt, treiben die Überlebenskünstler nach gewisser Zeit wieder aus. 

Heutige Verwendung

In der modernen Ernährung genießt das vitamin- und nährstoffreiche Olivenöl heute einen wichtigen Stellenwert. Es gehört zu den wenigen pflanzlichen Ölen, die hoch erhitzbar sind und sich dadurch zum Braten, Backen und Frittieren eignen. Auch die naturheilkundlichen Anwendungen sind denkbar umfangreich. Olivenöl wird nahezu universal eingesetzt – bei brüchigen Fingernägeln, kalten Füßen, Juckreiz, Muskelverspannungen, Verstopfung und vielem mehr. 

Durch seinen hohen Gehalt an Ölsäure und Vitamin E eignet sich Olivenöl in der Hautpflege vor allem für trockene, rissige und schuppende Haut. Unterstützt wird die Ölsäure durch phenolische Verbindungen, die einen ausgezeichneten Schutz vor freien Radikalen und UV-Strahlen bieten. Olivenöl zieht darüber hinaus sehr langsam in die Hornschicht ein, wirkt lösend und erweichend, sodass es besonders für raue Hautzustände geeignet ist.

Schon gewusst?

Bei den Olympischen Spielen der Antike wurden die Sieger der Wettkämpfe stets mit Olivenzweigen bekränzt. Bis heute gilt der Olivenzweig als Symbol des Friedens – insbesondere in Verbindung mit der Friedenstaube, die zurückgehend auf das biblische „Happy End“ der Arche Noah (1. Buch Mose, Kapitel 8) häufig mit Olivenzweig im Schnabel abgebildet wird.

  • Hauptinhaltsstoffe

    Hauptinhaltsstoffe

    Im Olivenöl:
    Fettsäurezusammensetzung: Palmitinsäure, Linolsäure, Palmitoleinsäure, Ölsäure, α-Linolensäure, Stearinsäure.
    Weitere Inhaltsstoffe: Sterole, Tocopherole, Phytosterine, Vitamine, Polyphenole, Flavonoide u. a.

 

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