Die 5-Säulen-Philosophie

Grüne Schatzkammer: Wie Kräuter Gesundheit und Wohlbefinden fördern

Pflanzen: eine Pflanze wächst aus dem Boden

Die Nase läuft, der Magen zwickt und der Rücken hat sich auch schon mal besser angefühlt … da ist guter Rat teuer? Das hätte Sebastian Kneipp nicht so stehen lassen. Denn laut seinen Lehren ist gegen so gut wie jedes Leiden ein Kraut gewachsen – und das wortwörtlich. 

Jahrzehntelang studierte der Priester und Namensgeber der späteren Kneipp-Medizin über 40 Pflanzen auf ihre Heilwirkung; nach eingehenden Selbstversuchen ergänzte er seine Hydrotherapie schließlich um die Beigabe von Arzneimitteln auf reiner Pflanzenbasis. Ähnlich den Wasseranwendungen sollte die Einnahme der Heilkräuter Sebastian Kneipp zufolge dreifachen Zweck haben: „Ungesunde, kranke Stoffe im Innern aufzulösen, auszuleiten, sodann den Organismus zu kräftigen.“

Das Wasser sei des Schöpfers erste Apotheke, die Heilkräuter die zweite.

Sebastian Kneipp

Die Phytotherapie nach Sebastian Kneipp

Ob als Beigabe zu Wickeln, Güssen, Bädern oder Tees: Der Naturheilkundler Kneipp hielt große Stücke auf pflanzliche Inhaltsstoffe. Sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet, konnten die Pflanzen und Kräuter bei seinen Patienten schon bald „… herrliche, oft große und überraschende Erfolge hervorbringen.“ Für eine bestmögliche Heilwirkung wurde die Phytotherapie meist um Wasseranwendungen erweitert; außerdem empfahl Kneipp in vielen Fällen, verschiedene Kräuter miteinander zu kombinieren – so sollte etwa ein Tee aus Salbei und Wermut bei Magenleiden ebenso reinigend wie stärkend auf das betroffene Organ wirken.

Das Besondere an der Pflanzen-Heilkunde nach Sebastian Kneipp: Die meisten der von ihm empfohlenen Gewächse sind vielerorts heimisch und wachsen vergleichsweise schnell, sodass die Natur-Medizin unproblematisch und kostengünstig verfügbar war. Eine Blüte hatte es Kneipp dabei speziell angetan: die Arnika.

So findet die leuchtend gelbe Blume Einsatz bei allerlei Beschwerden – von Prellungen über Muskelbeschwerden bis hin zu entzündeten Insektenstichen.

Seht so großes kann ein einfach Kräutlein bewirken; wir gehen daran vorüber und beachten es kaum oder nicht. Jedes einzelne Kräutlein hat seine eigene individuelle Wirkung.

Sebastian Kneipp

Heilkräuter: Pflanzen mit Heilwirkung vom Mittelalter bis zur frühen Neuzeit

Bei der Entwicklung seiner Therapie stütze sich Sebastian Kneipp vor allem auf die Tradition der europäischen Klostergärten. Bereits die frühe Medizin des Mittelalters kannte zahlreiche Heilpflanzen und dokumentierte deren pharmakologische Wirkung. Dass so manche Heilkräuter im Mittelalter über nahezu magische Eigenschaften verfügt haben sollen, dürfte dem damals vorherrschenden Aberglauben geschuldet sein.

In der darauffolgenden Neuzeit wurden Beifuß, Salbei & Co. lange nur zum Würzen oder Konservieren von Speisen genutzt. Erst „Kräuterpfarrer“ Kneipp machte die Bevölkerung des 19. Jahrhunderts wieder mit der ebenso schonenden wie vielfältigen Wirkungsweise pflanzenbasierter Arzneien vertraut.

Doch was macht ein Kraut eigentlich zu einem Heilkraut? Laut Definition darf eine Pflanze als Heilpflanze bezeichnet werden, wenn sie spezielle Inhaltsstoffe aufweist, die der Heilung beziehungsweise Linderung von Krankheiten dienen.
Die Inhaltsstoffe können dabei unterschiedlich wirken – zum Beispiel entzündungshemmend (Myrrhe), beruhigend (Johanniskraut) oder abführend (Rhabarber).

Back to nature: Wie man heute Gesundheitskräuter pflanzen kann

Zugegeben: Vielen von uns fällt es heutzutage schwer, in freier „Wildbahn“ eine Pflanze von der anderen zu unterscheiden. Warum also nicht mal an einer Kräuterführung teilnehmen? Dabei führen uns Kräuterprofis durch die Welt der heimischen Wildkräuter und Baumfrüchte und erklären, wie man die natürlichen Zutaten für Essen, Gesundheit oder als Beauty-Booster nutzen kann.

Und noch ein neuer Trend führt uns zurück in die Schatzkammer der Natur: das Hochbeet. Während sich in Gemüsehochbeeten die üblichen Verdächtigen wie Salat, Tomaten, Zucchini & Co. tummeln, bietet ein reines Kräuterbeet die Möglichkeit, Küche und Hausapotheke um viele geschmack- und wirkungsvolle Heilkräuter zu ergänzen.

So lassen sich beispielsweise Anis, Fenchel, Kamille, Thymian und Salbei besonders gut kombinieren, zumal sie allesamt Sonnenanbeter sind.
Kräuter wie Liebstöckel, Melisse und die Knoblauchsrauke mögen es wiederum lieber schattig. Doch ganz gleich, worauf die Wahl auch fällt – getreu der Phytotherapie nach Kneipp gilt: Warum in die Ferne greifen, wenn das Gute wächst so nah?

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