Aloe: Von der Wüste in die (neue) Welt

Aloe: Von der Wüste in die (neue) Welt

Kurz & knapp

Wissenschaftlicher Name: Aloe vera L., Aloe barbadensis Mill., Aloe vulgaris Lam.
Volksname: Wüstenlilie
Familie: Grasbaumgewächse, Xanthorrhoeaceae
Herkunft: Afrika 
Anbaugebiete: Heute vor allem in subtropischen Regionen der USA (Florida, Texas, Arizona)
Botanik: Die immergrüne Pflanze besitzt dicke, fleischige Blätter und erinnert äußerlich an einen Kaktus; sie gehört aber eigentlich zu den Liliengewächsen.
Verwendete Pflanzenteile: Blätter (Gel), gelber Saft (Harz, Aloin)

Historische und volkstümliche Verwendung

Unnachgiebig sengt die Sonne vom Himmel herab, die salzige Gischt brennt auf der wettergegerbten Haut, während die Santa Maria langsam über den endlosen Atlantik gleitet: Als Christoph Kolumbus 1492 zu seiner berühmtesten Expedition aufbrach, hatten es die Matrosen an Bord wahrlich nicht leicht – aber wenigstens das richtige „Rüstzeug“ im Gepäck: Mit dem Gel der mitgeführten, ursprünglich in Afrika beheimateten Aloe-Pflanzen behandelten sie Wundbrände und Verletzungen. Und das war bei Weitem nicht der erste prominente Einsatzzweck der „Wüstenlilien“. Vom alten Ägypten über Alexander den Großen bis zum römischen Reich wusste man die heilsame und pflegende Wirkung der Aloe Pflanze zu schätzen. Sogar ins biblische Hohelied hat es die Aloe geschafft – wenn das mal keine Weltkarriere ist!

Heutige Verwendung

Das dickflüssige Gel in den Aloe-Blättern kann ganz ohne weitere Verarbeitung direkt auf die Haut aufgetragen werden. Dort bildet es eine feuchtigkeitsspendende, schützende Schicht. Um von der kühlenden und hydratisierenden Wirkung der pflanzlichen Gallertmasse zu profitieren, werden einige Zentimeter eines Blattes von der frischen Pflanze abgeschnitten, die Kanten entfernt und das Blatt quer geteilt. Das Gel kann dann direkt auf die Haut aufgetragen werden. Bei schlecht heilenden Wunden sowie rauer oder sonnenverbrannter Haut verschaffen die feuchtigkeitsspendenden, kühlenden und hautberuhigenden Eigenschaften des Aloe Vera Gels Linderung. 

Wunden, frische wie alte, heilt Aloe sehr schnell zu. Bei alldem kann das reinliche und reinigende Heilmittel, wohin es immer komme (in das Auge oder in die Wunde), niemals schaden.

Sebastian Kneipp

Als optisch schöne Zimmerpflanze eroberte die sukkulente Pflanzenart mit ihren fleischigen Blättern die Fensterbänke dieser Welt. Die Aloe ist eine pflegeleichte Pflanze, die außer einem sonnigen Standort und vereinzeltem Gießen nicht viel Aufmerksamkeit benötigt.1

Die Aloe als Inhaltsstoff in Kosmetik

Auch die Kosmetikindustrie verarbeitet die natürlichen Inhaltsstoffe der Aloe Vera in ihren Produkten. Als Inhaltsstoff für Kosmetik wird die gallertartige Masse der Blätter verwendet. Man findet die Wirkstoffe der Aloe als Pflegezusatz in Gesichts- und Körperpflegeprodukten, Haarshampoos, Kosmetikartikeln oder auch im medizinischen Bereich als Pflegezusatz von Nasensprays. Ob in einem Kosmetikprodukt Aloe enthalten ist, kannst du mithilfe der INCI, der internationalen Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe, herausfinden. Die Aloe wird in der Inhaltsstoffliste unter folgenden Begriffen gelistet: Aloe Barbadensis Leaf Juice, Aloe Barbadensis Leaf Extract oder Aloe Barbadensis Leaf Juice Powder.

Schon gewusst?

Der Name Aloe stammt vom arabischen „alloeh“ und bedeutet „bitter“, was sich aus dem bitteren Geschmack der Schicht zwischen Blattaußenwand und Gel ableitet. „Aloe vera“ heißt übersetzt „die wahre Aloe“. Übrigens unterstehen sämtliche wildwachsenden Aloe-Arten dem Artenschutz.

  • Hauptinhaltsstoffe

    Hauptinhaltsstoffe

    Im Aloe Gel (Gel aus den Parenchymzellen): Mucopolysaccharide, Enzyme, Anthranoide, Lignin, Saponine, Salizylsäure und Mineralstoffe.

Die in diesem Beitrag beschriebenen Inhalte sind nicht zwangsläufig auf unsere Kneipp Produkte übertragbar. Kneipp® Arzneimittel, Kosmetika sowie weitere Kneipp Produkte sind ausschließlich nach ihrer Indikation oder ihrer Zweckbestimmung zu verwenden. 


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