Weißdorn: Sagenumwobener Beschützer

Kurz & knapp

Wissenschaftlicher Name: Crataegus monogyna JACQ. (LINDM.) (Eingriffeliger Weißdorn); Cartaegus laevigata (POIRET) DC (Zweigriffeliger Weißdorn)
Volksnamen: Haakäsen, Hagedorn, Mehldorn, Weißheckdorn, Zaundorn
Familie: Rosaceae (Rosengewächse)
Arzneibuchbezeichnungen: Weißdornblätter mit Blüten Ph.Eur. (Crataegi folium cum flore), Weißdornblüten DAC (Crataegi flos), Weißdornfrüchte Ph.Eur. (Crataegi fructus)
Herkunft: Europa  
Botanik: Der Wildstrauch wird 3 bis 8 Meter hoch, ist in ganz Europa zu finden und kann bis zu 500 Jahre alt werden.
Erntezeit: Blüten und Blätter: April bis Mai; Früchte: September bis Oktober
Verwendete Pflanzenteile: Die getrockneten Blüten bzw. die äußersten Zweigspitzen mit Blüten und Laubblättern sowie die Scheinfrüchte (Beeren)

Historische und volkstümliche Verwendung

An ihr bissen sich viele tollkühne Ritter und tapfere Prinzen die Zähne aus: Die sagenumwobene Weißdornhecke sorgte in „Dornröschen“ dafür, dass hundert Jahre lang niemand zur verwunschenen Prinzessin vordringen konnte.


Auch wenn die Protagonisten des berühmten Grimm’schen Märchens wohl gerne auf diese Schutzfunktion verzichtet hätten, galt und gilt der Weißdorn als Schutzpflanze schlechthin. 

Das harte Holz wurde zu Spazierstöcken verarbeitet – Schutzstäbe, die im Volksglauben alles Böse abhalten sollten. Darüber hinaus ist der Weißdorn auch in medizinischer Hinsicht äußerst wertvoll; so verwendete etwa schon Paracelsus Weißdornbeerensaft als Herztherapeutikum – eine Wirkung, von der im 19. Jahrhundert unter anderem ein irischer Arzt profitierte: Seine Praxis wurde zu einem Mekka für Herzkranke, die er dort erfolgreich mit Weißdorn behandelte.

Bei der menschlichen Natur ist es das Wichtigste, dass der Blutumlauf im ganzen Körper in Ordnung ist.

Sebastian Kneipp

Heutige Verwendung

Auch in der modernen naturheilkundlichen Medizin gilt Weißdorn als hochwirksames Therapeutikum. Die im Weißdorn enthaltenen wertvollen Inhaltsstoffe, sogenannte Flavonoide und oligomere Procyanidine, unterstützen auf natürliche Weise die Herz-Kreislauf-Funktion.

Der Weißdorn wird zumeist in Form von Tee, Pflanzenpresssaft sowie Zubereitungen aus Weißdornblättern mit Blüten und Weißdornbeeren (Pulver oder Trockenextrakte) in festen Formen wie Tabletten oder Dragees verabreicht.

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