Kalt duschen? Warm duschen? Oder abwechselnd? Unsere Dusch-Tipps zum richtigen Duschen

Sie ist Konzertbühne, Rückzugsort, Entspannungsoase und sorgt für den Energie-Kick zwischendurch. Die Rede ist von der Dusche. Ein Abstecher in die Nasszelle gehört für viele zum Tagesablauf wie der Kaffee am Morgen. In den letzten Jahren scheint in Sachen Duschen ein regelrechter Hype ausgebrochen zu sein. Ob aufwendige Lichtinstallation, Duschkopf mit Massagefunktion oder Regenwald-Feeling: In vielen Haushalten wird die Gestaltung der Nasszelle regelrecht zelebriert. Trotz der zahlreichen Neuheiten rund um das Duschen wird die eigentliche Vorgehensweise nur selten hinterfragt. Dabei gibt es vieles, was man bei der regelmäßigen Körperpflege unter der Duschbrause falsch machen kann. Wir beantworten dir die wichtigsten Fragen rund um das Thema Duschen. Wasser marsch!

Die Dusche: eine Installation mit langer Tradition

Körperhygiene mithilfe von Wasser zählte schon früh zu den Körperpflege-Ritualen der Menschheit. Bereits im alten Griechenland legten die Menschen viel Wert auf körperliche Hygiene. Im antiken Rom nahmen die öffentlichen Badeanstalten gleich eine Doppelrolle ein: Die Thermen und Badeanstalten dienten dort nicht nur der Körperreinigung, sondern waren für die Römer auch gesellschaftlicher Treffpunkt, beispielsweise um Geschäftliches auszuhandeln.

Doch die ausgeprägten Rituale der antiken Körperhygiene entwickelten sich im Laufe der Geschichte in eine gegenläufige Richtung: Mit der Ausbreitung von Seuchen wie Pest, Cholera und Syphilis wurden öffentliche Badeanstalten im Mittelalter aufgrund von Ansteckungsgefahr geschlossen. In der darauffolgenden Epoche, der Barockzeit, versuchte man unangenehmen Körpergeruch mithilfe von Körperpudern, Seifen, Perücken und später auch Unterwäsche zu überdecken.1 Lediglich einzelne Körperteile wurden mithilfe von Wasserkrug und Schüssel hin und wieder notdürftig gewaschen. 

Die Dusche, wie wir sie heute kennen, trägt das Label „Made in France“. Ein kurzer Ausflug in das Frankreich des 19. Jahrhunderts zeigt, dass die ersten Dusch-Installationen als therapeutische Anwendungen in psychiatrischen Einrichtungen zum Einsatz kamen. Schon bald übernahmen Gefängnisse, Internate und Kasernen die Dusch-Konstruktionen für eine schnelle Körperreinigung der Massen.Nach einigen Jahren kam das Duschen auch in der Mainstream-Gesellschaft an. Neben dem reinigenden Effekt erkannten einige Heilkundige auch den therapeutischen Effekt von Wasser. So verfasste Sebastian Kneipp bereits 1886 sein Buch „Meine Wasserkur.“ 

Das Wasser ist richtig angewendet das unschuldigste Heilmittel.

Sebastian Kneipp

Auf einen Sprung unter die Dusche

Die meisten duschen täglich, manche sogar mehrmals am Tag. Eine regelmäßige Körperhygiene steigert das eigene Wohlbefinden und dient darüber hinaus auch der Erhaltung unserer Gesundheit. Im Gegensatz zu früheren Zeiten dominiert heutzutage der soziale und kosmetische Aspekt des Duschens über dem medizinischen. Denn Reinlichkeit und ein guter Geruch sind integrale Bestandteile gesellschaftlicher Akzeptanz. Die Aussage „jemanden gut riechen können“ kommt nicht von ungefähr... 

Im Durchschnitt verbringen wir Deutschen 6 Minuten unter der Brause.Doch wie lange sollte man im Schnitt duschen? Wie oft duschen ist gesund? Und wie heiß darf das Wasser sein? Außerdem gehen wir den Fragen nach: „Darf ich bei Gewitter duschen?“ und „Warum ist diese Frage gar nicht so weit hergeholt?“ Wir verraten dir unsere Kneipp Dusch-Tipps für ein gesundes Duscherlebnis!

Duschen: Dauer und Häufigkeit

Duschen dient vorrangig dem Zweck, den Körper von Schweiß und Verschmutzungen zu befreien. Die Angewohnheit vieler, täglich zu duschen, galt früher als nicht ideal, ist aber heutzutage aufgrund der milden und verträglichen Duschformulierungen bedenkenlos möglich. Unsere umfangreichen Anwendungsstudien und Verträglichkeitsprüfungen zeigen, dass die Feuchtigkeit der Haut auch bei täglicher Reinigung bewahrt bleibt und der Hydrolipidfilm der Haut nicht zerstört wird. Der Hydrolipidfilm schützt deine Haut vor dem Eindringen von Bakterien, unterstützt sie aber auch bei der Speicherung von Feuchtigkeit. In Sachen Dauer gilt dennoch: Je kürzer, desto besser. Für ein schnelles Dusch-Erlebnis sind sieben bis zehn Minuten ausreichend.

Besonders schweiß- und geruchsanfällige Körperregionen wie die Füße, die Achseln oder der Intimbereich sollten täglich gereinigt werden. Auch direkt nach dem Sport ist Duschen ratsam. Zum einen gilt ein verschwitzter Körper als Brutstätte für Bakterien und Pilze, zum anderen verstopft der Schweiß unsere Poren, was auf lange Sicht zu unreiner Haut führt. 

Um den pH-Wert der Haut nicht unnötig zu strapazieren, ist es ratsam, Duschprodukte zu verwenden, die auf den eigenen Hauttyp abgestimmt, d.h. pH-hautfreundlich sind. Du benötigst Entscheidungshilfe im Duschprodukte-Dschungel? 

Hier geht's zur Auswahlhilfe von Duschprodukten

Die Wassertemperatur: Kalt oder warm duschen?

Unsere Kneipp Haut-Experten empfehlen eine lauwarme Dusche bei 36 Grad Celsius. Denn lauwarmes Wasser wirkt wohltuend, ohne deine Haut unnötig auszutrocknen. Das bedeutet: Schmutz wird gründlich entfernt, ohne den natürlichen Säureschutzmantel deiner Haut anzugreifen. Eine heiße Dusche ist nicht zu empfehlen, da das heiße Wasser die Lipid-Struktur der Hautbarriere aus der Balance bringt und so die Haut austrocknet. Insbesondere in der kalten Jahreszeit ist diese durch trockene Heizungsluft und warme Kleidung ohnehin strapaziert. Mal ganz unter uns: Dass heißes Wasser besser reinigt, ist ein Ammenmärchen. 

Warmduscher aufgepasst: Der Nutzen von kalten Duschen

Abkühlung im Sommer: Kalt duschen?

Im Sommer ist es ratsam, kaltes Duschen zu vermeiden, da es sonst einen Rückkopplungseffekt gibt und du innerhalb kurzer Zeit umso mehr schwitzt. Zur Abkühlung ist vielmehr Kneipps Knieguss nach einer Dusche mit lauwarmem Wasser empfehlenswert. Vergesse bei der täglichen Dusche im Sommer den Blick auf die Uhr nicht, um deine Haut nicht unnötig zu strapazieren. Drei bis sieben Minuten unter der Brause sind ausreichend. 

Morgens oder Abends duschen?

Für die morgendliche Körperreinigung spricht, dass sie den Kreislauf antreibt. Auch bei fettendem Haar ist die Morgendusche optimal geeignet, da die Dusche nächtliche Talg- und Fettablagerungen beseitigt. Wenn du also erst einmal einen Motivationsschub brauchst, um auf Trab zu kommen, bist du bestens mit einer Dusche am Morgen beraten.

Warmes Wasser fährt den Körper herunter, indem der Blutdruck sinkt. Eine warme Dusche kann deshalb für Menschen mit Einschlafproblemen hilfreich sein. Allergiker sollten abends duschen, weil Allergene nicht mit ins Bett geraten. Im Gegensatz zu Menschen mit fettigem Haar sollten Menschen mit trockenem Haar und trockener Haut auf die Abenddusche setzen, da diese von der nächtlichen Regeneration der Hautschutzschicht profitieren.

Tipps für unter der Dusche

Trockenbürsten

Hast du dich auch schon gefragt, weshalb in Drogerien oder Parfümerien neuerdings Holzbürsten verkauft werden? Das hängt mit dem Trend des Trockenbürstens zusammen. Schönheitsbewusste setzen auf die Bürstenmassage, um ihr Lymphsystem anzuregen, Abfallstoffe aus dem Körper zu leiten und durch die verbesserte Durchblutung ein verfeinertes Hautbild zu erhalten. Neben der kosmetischen Wirkung hat die Massage mit einer Naturborsten-Bürste auch Effekte auf den Kreislauf, das Immunsystem und unser Wohlbefinden. Wie der Name Trockenbürsten erahnen lässt, wird die Massage vor dem Duschgang durchgeführt. Beginne das Trockenbürsten an einer herzfernen Stelle, beispielsweise der rechten Fußsohle oder der rechten Handinnenseite, und bürste mit leichtem Druck in kreisenden Bewegungen oder Strichführungen Richtung Herz. Die Brustwarzen sowie stark behaarte Körperstellen werden beim Trockenbürsten ausgespart. Bereits Sebastian Kneipp wusste die wohltuende Wirkung des Trockenbürstens auf den Körper zu schätzen. 

Achtung: Bei Durchblutungs- oder Stoffwechselstörungen, Entzündungen der Haut sowie Krampfadern ist es ratsam, das Trockenbürsten mit einem Arzt abzuklären. 

Peeling

Ein Peeling unter der Dusche entfernt abgestorbene Hautschüppchen und regt die Zellerneuerung an, wodurch sich dein Hautbild verfeinert. Um die Haut nicht unnötig zu strapazieren, empfehlen wir, ein Körper-Peeling maximal ein bis zwei Mal in der Woche anzuwenden. Häufiger kann Stress für deine Haut bedeuten. 

Typische Fehler beim Duschen


Füße vergessen

Hand auf's Herz: Bückst du dich beim Duschen extra, um auch deine Füße einzuseifen oder ist es für dich ausreichend, im Seifenwasser zu stehen? Auf unserer Fußsohle befinden sich über 500 Schweißdrüsen pro Quadratzentimeter.Damit diese auch gründlich gereinigt werden können, lohnt sich also eine kleine Gymnastikeinheit in der Dusche.

Pflegeprogramm für deine Füße

Gesichtsreinigung unter der Dusche

Schnell noch das Gesicht in der Dusche waschen: Spart Zeit und ist praktisch. Deiner Haut zuliebe solltest du die Bequemlichkeit hinten anstellen. Denn unsere Gesichtshaut ist um einiges dünner und empfindlicher als unsere restliche Körperhaut. Körperpflegeprodukte wie Conditioner, Haarshampoo oder Duschgel würden den empfindlichen Säureschutzmantel der Gesichtshaut angreifen. Besser das Gesicht mit einem geeigneten Reinigungsgel vor dem Duschen reinigen. Deine Gesichtshaut wird es dir danken!

Intensive Gesichtspflege für nach dem Duschen

Den Körper trocken rubbeln

Ein Fehler, den die meisten von uns machen: Kaum aus der Dusche gestiegen, beginnt ein wilder Tanz mit dem Handtuch. Wir rubbeln uns so lange mit dem harten Handtuch ab, bis wir trocken sind. Unsere Haut ist nach dem Duschen besonders empfindlich und findet das viele Hin und Her gar nicht gut. Besser wäre, die Haut nach dem Duschen sanft abzutupfen, um die empfindliche Hautbarriere zu schonen und so Hautirritationen zu vermeiden. Danach eine feuchtigkeitsspendende Lotion auftragen.  

Mythos: Darf ich bei Gewitter duschen?

Du wolltest eigentlich gerade unter die Dusche, aber draußen donnert und blitzt es? Wenn du dir unsicher bist, ob an deinem Haus eine Blitzschutzanlage installiert ist, dann verschiebe das Duschen am Besten auf nach dem Gewitter. Denn insbesondere in älteren Häusern sind die Wasserleitungen oft noch aus Metall. Die metallenen Rohre leiten elektrischen Strom; und somit auch Blitze. Eine Dusche unter diesen Umständen könnte mitunter gefährlich werden. Bei modernen Häusern sind die Rohre in der Regel aus nichtleitendem Kunststoff. Im Zweifel am besten mit dem Duschen warten, bis das Gewitter vorübergezogen ist.5

Das könnte dich auch interessieren:

Darf man bei Erkältung duschen? Helfen kalte Duschen?

Duschen bei Erkältung
Duschprodukte – eine Auswahlhilfe

Duschprodukt ist nicht gleich Duschprodukt: Welches passt zu welchem Typ?

Duschprodukt wählen
Wechselduschen richtig durchgeführt

Wechselduschen liegt im Trend. Doch wie funktioniert es?

Wechselduschen richtig durchgeführt
Trockene Haut nach Duschen vermeiden

Trocknet Duschen die Haut aus? Wie kann man das verhindern?

Trockene Haut nach Duschen vermeiden