Nein zu Plastik im Meer! Wir recyceln Meeresplastik in unseren Verpackungen

Kneipp sagt: Nein zu Plastik im Meer

Gibt es bald mehr Plastik im Meer als Fische? Die Experten des Ellen MacArthur Report „The new plastic economy”1 gehen davon aus, dass dieses Szenario im Jahr 2050 Wirklichkeit werden könnte. Eine fürchterliche Vorstellung. Um diese Entwicklung zu verhindern, müssen Politik, Handel und Verbraucher Hand in Hand arbeiten: Jeder Schritt zählt. Dieser Gedanke war es auch, der uns zu der Entscheidung für unser Ocean-Waste-Projekt bewegt hat. Es wird nicht alle Probleme lösen, ist aber ein Schritt in die richtige Richtung: Nein zu Plastik im Meer.

Plastikmüll im Meer

Was können wir tun?

Diese Frage haben wir uns lange gestellt. Denn eines war uns wichtig: Wir wollten nicht nur einen Beitrag leisten, den Plastikmüll aus dem Meer zu fischen, wir möchten auch dafür sorgen, dass er dort nicht mehr landet. Das Meeresplastik sollte also auch sinnvoll verwertet werden – am liebsten in unseren eigenen Verpackungen. Warum? Wenn wir den Kunststoff für unsere eigenen Verpackungen verwenden, führt das gleichzeitig dazu, dass das Meeresplastik in unser heimisches Abfallsystem gelangt und dort recycelt werden kann. Wir wissen zwar, dass auch unser eigenes Recyclingsystem noch nicht optimal funktioniert, im Meer landen die Verpackungen so aber nicht mehr.

Mit dem Ocean-Waste-Projekt unseres Packaging-Partners Pack Tech ist genau das gelungen: Wir arbeiten mit der heimischen Bevölkerung vor Ort zusammen, um das Plastik aus dem Wasser zu holen und dieses weiter zu verwerten. Dabei beschränken wir uns nicht nur auf Plastik, das im offenen Ozean schwimmt. Ein Großteil des Plastikmülls sammelt sich an den Buchten, Sandbänken und Flussmündungen. All dieser Plastikmüll wird unter dem Begriff Ocean Waste, bzw. Meeresplastik zusammengefasst und im Rahmen unseres Projekts wiederverwertet:

Ab September kommt unsere neue Produktserie in den Handel – mit Meeresplastik in der Verpackung. Ob das gelingen würde, war nicht von Anfang an klar. Wir hatten selbst einige Zweifel und entschieden deshalb, uns vor Ort in Indonesien von der Sinnhaftigkeit des Projekts zu überzeugen. Hier zeigen wir euch, was wir erlebt haben.

Vom Plastikmüll zum Rohstoff

Indonesien ist eines der Länder, in denen das Müllproblem unserer Gesellschaft besonders sichtbar wird. Wer schon einmal auf Bali war, kennt vermutlich die Bilder von vermüllten Stränden mit eigenen Augen. Während in touristischen Gebieten immerhin teilweise aufgeräumt wird, bleibt der Müll rund um die Hauptstadt Jakarta über Jahre im Meer, treibt zwischen den zahlreichen Mangroven und Wasseradern.
Ohne Initiativen wie das Ocean-Waste-Projekt gibt es kaum Anreize, den Müll aus dem Wasser zu holen. Ein Abfallsystem ähnlich dem europäischer Länder gibt es nicht. Müll ist deshalb Teil des alltäglichen Lebens.

Mit dem Ocean-Waste-Projekt wurde ein Prozess geschaffen, der das Meeresplastik aus dem Wasser holt und gleichzeitig die heimische Bevölkerung unterstützt. Wie das Ganze funktioniert, haben wir uns angeschaut und einen der über hundert Plastiksammler rund um Jakarta bei seiner Arbeit begleitet.

Wie die meisten Sammler im Ocean-Waste-Projekt verdient sich Hassan sein Geld eigentlich als Muschel-Sammler. Durch das Einsammeln von Plastikmüll im Meer kann er sein Einkommen nahezu verdoppeln. Jeder der Sammler im Projekt erhält dafür ein Grundgehalt und on top einen monatlichen Betrag je gesammeltes Kilo Plastikmüll.

Wir treffen Hassan in den Slums von Jakarta direkt am Meer – die meisten Muschelsammler haben hier ihr Zuhause und ihr Boot. 

Meeresplastik sammeln mit Hassan

Wenn Hassan unterwegs ist, um Muscheln zu sammeln, muss er das Plastik nicht lange suchen. Nahezu jede Bucht oder Sandbank ist mit Müll übersät. Da kommen schnell einige Kilo zusammen.

Ist das Boot mit Muscheln und Plastikmüll gefüllt, geht es nachhause. Hassans Frau übernimmt den nächsten Schritt und sortiert das Meeresplastik für die weitere Verarbeitung.

Obwohl uns die ganze Familie gut gelaunt empfängt, sind die Umstände für uns Europäer bedrückend. Jegliches soziale Leben, Arbeiten, das Spiel der Kinder findet zwischen Müll statt. Das Gute: Vor unserem Besuch hatten wir Bedenken, dass Kinderarbeit ein Thema werden könnte. Während unserer Zeit in Indonesien konnten wir allerdings keinerlei Hinweise darauf entdecken.

Der Weg zum Kunststoff-Pellet

Nachdem das Meeresplastik sortiert wurde, bringt Hassan die Säcke zu einer von vier Sammelstellen in Jakarta. Von dort wird sein gesammelter Plastikmüll und der der anderen Ocean-Waste-Sammler in einen Lkw verladen und zu einer Fabrik am Rande Jakartas transportiert.
Der Besitzer der Fabrik arbeitete selbst einmal als Sammler von Meeresplastik. Gemeinsam mit seiner Frau Lisa führt er nun mit inzwischen 25 Mitarbeitern die kleine Recycling-Fabrik. Unser Ocean Waste wird dort gereinigt, geschreddert und zu kleinen Kunsstoff-Pellets verarbeitet. Diese Pellets sind wiederum das Ausgangsmaterial für unsere Verpackungen.

Die technischen Möglichkeiten für die Weiterverarbeitung der Pellets in Indonesien sind allerdings begrenzt. Die Herstellung unserer Verpackungen findet deshalb auf einem Zwischenstopp in China statt. Von dort werden sie nach Deutschland zu uns geliefert.

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