Gesunder Schlaf dank Hängematte

Sein Rücken bereitete Florian Hölterhoff oft unruhige Nächte. Doch seit er das Bett gegen eine Hängematte getauscht hat, ist er seine Rückenschmerzen los.

Schlafen wie ein Baby – das wünschen sich viele Erwachsene. Doch oft ist das Gegenteil der Fall. Laut einer Studie ist Deutschland eine übermüdete Nation: 50 Millionen Bundesbürger können nachts nicht durchschlafen – das kann vom gelegentlichen kurzen Aufwachen bis zum stundenlang Wachliegen reichen.

Einer von ihnen war Florian Hölterhoff. Der gebürtige Allgäuer hatte bereits viele unruhige Nächte hinter sich, bis er durch einen unglücklichen Umstand auf die Hängematte umschwenkte. „Als ich mich von meiner Freundin getrennt hatte und sie das gemeinsame Bett mitnahm, brauchte ich eine schnelle und günstige Lösung“, erzählt der 30-Jährige. Dann kam ihm die Idee mit der Hängematte. „Die kostet gerade mal um die 100 Euro.“

Nicht wie eine Banane in der Matte hängen

Doch weil er oft unter Rückenschmerzen litt, stand er dem neuen Schlafkonzept skeptisch gegenüber: „In Foren schreiben einige, dass Schlafen in der Hängematte Rückenprobleme und Verspannungen auslöse. Doch das liegt daran, dass die meisten in der Matte hängen wie eine Banane.“ Die richtige Technik sei ausschlaggebend für einen guten Schlaf und die Gesundheit. „Man muss quer oder diagonal liegen“, verrät Hölterhoff. In dieser Position sei das Tuch optimal gespannt und schmiege sich von allen Seiten perfekt an den Körper und die Wirbelsäule an.

In Mexiko oder Kolumbien schlafen viele in Hängematten

Vor seiner Kaufentscheidung informierte sich der Mediendesigner ausführlich über sein neues Bett: „In Mexiko oder Kolumbien ist es ganz normal, dass Menschen ihr ganzes Leben lang in Hängematten statt in Betten schlafen. Sie wurden also schon millionenfach erprobt. Und weder Jüngere noch Ältere klagen verstärkt über Rückenschmerzen.“

Auch die Vorteile gegenüber herkömmlichen Betten liegen auf der Hand. Im Sommer sorge der dünne Stoff für eine natürliche Belüftung, was bei einer dicken Matratze nicht der Fall sei. Im Winter wärme und schütze eine flauschige Einlage vor Kälte. Und da sich in das Material der Hängematte keine Milben einnisten könnten und man den Stoff problemlos in die Waschmaschine stecken könne, sei sie optimal für Allergiker geeignet.

Je straffer die Matte gespannt ist, desto härter liegt man

Je größer ein Zimmer, desto höher müsse die Aufhängung angebracht sein, sodass die Seile einen Winkel von 30 bis 45 Grad zur Wand bilden. Die Faustformel laute: Je größer der Winkel, desto straffer sei die Matte gespannt und desto härter liege man. Neben der Aufhängung sei zudem die Breite wichtig. „Die Hängematte sollte 20 bis 30 Zentimeter breiter sein als man selbst groß ist, damit die Füße nicht raushängen“, rät der 1,91-Meter-Mann. Befestigt zwischen zwei massiven Haken in den gegenüberliegenden Wänden seines Zimmers baumelt die Matte über dem Couchtisch – aber natürlich nur nachts. Morgens hängt er sie an einer Seite aus und an der anderen ein, und schon ist sie kompakt
in der Zimmerecke verstaut.

Leichtes Schaukeln fördert das Einschlafen

Neben der unkomplizierten Handhabung überzeugte ihn noch ein Punkt: „Schweizer Forscher haben herausgefunden, dass leichte Schaukelbewegungen das Einschlafen fördern und sich positiv auf die Schlafqualität auswirken.“ Genau das könne er nach einem Jahr Hängemattenerfahrung bestätigen. Er habe keine Einschlafprobleme mehr und wälze sich nachts nicht mehr hin und her. Ein Leben ohne Hängematte kann er sich nicht mehr vorstellen – auch nicht im Urlaub. „Sie lässt sich fast überall befestigen, zum Beispiel an Bäumen, und man schläft direkt unterm Himmelszelt.“ Apropos Zelt: Für den Fall, dass es regne, habe er immer eins dabei.

Ist man krank, so tut man alles mögliche; wenn man aber gesund ist und Zeit zum Vorbeugen hat, so tut man nichts.

Sebastian Kneipp

Florians Tipps:

„Wer überlegt, eine Hängematte zu kaufen, um täglich darin zu schlafen, sollte sich im Fachgeschäft gut beraten lassen und dann entscheiden, welcher Stoff oder welche Art der Aufhängung ihm zusagt. Am Material, also den Haken, Dübeln oder dem Nylonseil, sollte nicht gespart werden. Um die Matte sicher aufzuhängen, muss man kein Profi sein – allerdings sollte man wissen, welche Wand tragend ist. Die Systeme für die Befestigung unterscheiden sich von Hersteller zu Hersteller. Bei meinem Modell muss man keine besondere Knotentechnik beherrschen: Wenn ich mich in die Matte sinken lasse, zieht sich die Schlaufe, mit der die Matte am Haken befestigt ist, von alleine zu. Da kann sich nichts lösen.“

Licht aus, Schlaf an – Tipps für eine gute Nacht

Nicht nur Hängematten können zu einem besseren Schlaf beitragen, auch die folgenden sechs Methoden können helfen.

  • Im Dunkeln ist gut schlafen

    Im Dunkeln ist gut schlafen

    Laut Experten schlafen wir viel zu hell und deshalb auch oft zu unruhig. Wie hell Nächte tatsächlich sein können, erfuhren 1994 die Bewohner von Los Angeles bei einem Stromausfall. Es gingen Anrufe bei der Polizei ein, man habe eine riesige, silberne Wolke am Himmel entdeckt. Diese entpuppte sich als Milchstraße, die man vor lauter Helligkeit nachts noch nie gesehen hatte. Nachts für mehr Dunkelheit zu sorgen, bedeutet auch, alle leuchtenden elektronischen Geräte auszuschalten oder zumindest umzudrehen.

  • Umzug nach Bad Kissingen

    Umzug nach Bad Kissingen

    Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, Chrono City zu werden und den Tagesablauf nach der inneren Uhr des Menschen einzurichten. Der Stundenplan an Schulen soll auf den menschlichen Rhythmus umgestellt und der Schulbeginn auf 9 Uhr verschoben werden, damit Kinder ausreichend Schlaf bekommen. Auch Unternehmen sollen sich künftig an individuelle Arbeitszeiten anpassen. Begleitet wird das Pilotprojekt von Wissenschaftlern der Universitäten München und Groningen. Die Stadt ist sich sicher: Ist der individuelle Rhythmus intakt, schläft es sich besser und die Menschen sind gesünder.

  • Getränke ohne Prozente

    Getränke ohne Prozente

    Mit einer gewissen Menge Alkohol knockt man sich zwar zuverlässig aus. Jedoch nur kurzzeitig. Der Alkohol lässt einen nachts aufwachen und erst recht wach liegen – inklusive Kopfschmerzen. Einen weitaus besseren und gesünderen Effekt erzielen spezielle Einschlaftees mit Baldrianwurzeln, Melissenblättern oder Lavendelblüten. Besonders der Duft Letzterer eignet sich auch perfekt für ein Einschlafbad: 15 bis 20 Minuten bei 36 bis 38 Grad in der Wanne (zum Beispiel mit dem Aroma-Schaumbad „Zeit für Träume“) stimmen auf eine wohlige Nachtruhe ein.

  • Schönes Denken

    Schönes Denken

    Dass Schäfchenzählen als Einschlafhilfe nicht besonders effektiv ist, fanden Wissenschaftler aus Oxford bei einem Versuch heraus: Sie ließen Probanden vor dem Einschlafen entweder Schäfchen zählen, an etwas Schönes oder irgendetwas nach eigenem Belieben denken. Diejenigen, die sich angenehmen Vorstellungen hingaben, schliefen im Schnitt schneller ein.

  • Schlafprotokoll via App

    Schlafprotokoll via App

    Hierfür wird das Handy nachts unters Kopfkissen gelegt – natürlich mit aktiviertem Flugmodus, also ohne Strahlenbelastung. Die Geräte verfügen über einen sensiblen Bewegungssensor. Damit können sie die Schlafphase während der Nacht aufzeichnen und ein minutengenaues Protokoll führen: Wann ist man eingeschlafen, wie oft hat man wach gelegen oder sich umgedreht und wann ist man aufgestanden? Zudem erkennt das Smartphone den optimalen Aufwachzeitpunkt und weckt seinen Besitzer so, dass er sich fitter fühlt. Die Apps Sleep Time, Kluger Wecker oder Sleep as Android sind erhältlich für Apple iOS oder Android.

  • Gewohnheit schlägt Müdigkeit

    Gewohnheit schlägt Müdigkeit

    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier – auch beim Schlafen. Experimente an Erwachsenen zeigten: Gehen sie um drei Uhr morgens ins Bett, verschiebt sich ihre gewohnte Schlafzeit nicht einfach nach hinten, sondern sie verkürzt sich. Die Volksweisheit, die beste Einschlafzeit sei dann, wenn man müde ist, stimmt also nicht immer. Deshalb: Möglichst immer zur gleichen Zeit zu Bett gehen.

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