Story: Hände hoch

In den Fingern immer ein Spitzengefühl.

Simon Fürst spielt schon sein halbes Leben lang Gitarre. Deshalb achtet der 25-Jährige auf die Gesundheit und Pflege seiner Hände – erst recht, seitdem er die Leidenschaft zum Beruf gemacht hat.

Zarte Haut, kurze Fingernägel und keine sichtbaren Schwielen an den Fingerkuppen. Dass Simon Fürst Profi-Gitarrist ist, sieht man ihm nicht an – besser gesagt, seinen Händen. Seit 13 Jahren werden diese schon musikalisch beansprucht. Aus der Leidenschaft wurde vergangenes Jahr eine Profession. Für Aufsehen sorgte seine Band, das Simon Fuerst Trio, erstmalig beim Aalener Jazzfest, wo sie als Support von Xavier Naidoo, Zaz und Gregory Porter ein großes Publikum begeisterte. 

Vor Auftritten übt Fürst täglich mehrere Stunden. Wenn der studierte Medienwissenschaftler nicht gerade im Studio probt, rockt er als Sänger und virtuoser Gitarrenspieler gemeinsam mit seiner Band oder als Solokünstler die Bühnen dieser Welt. Dabei sind die USA zu seiner zweiten Heimat geworden. Dreimal im Jahr verbringt der 25-Jährige mehrere Wochen am Stück in Los Angeles, New York oder Miami. Dort präsentiert er auf den weltweit größten Messen der Musikindustrie die neuen Produkte von bekannten Gitarren-Herstellern.


Seine Hände sind also im Dauereinsatz. „Nach Konzerten sind sie oft geschwollen, die Haut rau oder rissig. An meinen Fingerkuppen haben sich mittlerweile leichte Hornhautschichten gebildet. Die fallen zwar nicht auf, machen sich aber an meinem Smartphone bemerkbar. Der Touchscreen lässt sich nicht mehr richtig bedienen“, erzählt Fürst und zwinkert. Denn das ist auch der einzige Makel an seinen Händen. Damit das so bleibt und er auch bei seinem aktuellen Vorhaben – einem Musikprojekt mit Kindern im Irak – Fingerspitzengefühl zeigen kann, achtet er penibel auf sein wichtigstes körperliches Kapital.

Seine Tipps:

„Regelmäßig frische Saiten aufziehen, die sind angenehmer. Im Sommer helfen Handbäder mit kaltem Wasser gegen Schwellungen. Im Winter sollten die Hände mit feuchtigkeitsspendenden Cremes geschmeidig gehalten werden. Meine Faustregel lautet: waschen, cremen, dann wärmen und den Fingern kleine Pausen gönnen – ich weiß, das fällt einem Vollblutmusiker am schwersten.“

Ein glücklicher Griff – ohne Haken und Seil

Wer viel klettert, kräftigt seine gesamte Muskulatur. Trockene, rissige Hände können jedoch zum Problem werden. Wie man seine Haut elastisch hält, weiß Hobby-Kletterer Lukas Quiring.

Felsenklettern ohne Haken und Seil, gesichert nur durch einen Partner und eine Matte am Boden – das ist keine Schnapsidee, sondern nennt sich Bouldern und ist die Freizeitbeschäftigung von Lukas Quiring. Was einst als Trockentraining für professionelle Bergsteiger galt, boomt seit der Jahrtausendwende. Vor sechs Jahren hat dieser spezielle Nervenkitzel auch den 29-jährigen Stuttgarter gepackt. Seitdem bouldert er ein- bis zweimal pro Woche mehrere Stunden in einer Kletterhalle – als Ausgleich zu seinem stressigen Büro-Job als Projektmanager. Das Bouldern ist zudem Training und Vorbereitung für den echten Felsen. Am liebsten klettert er im Allgäu, seiner Heimat, und dann auch nur gut gesichert und in voller Montur. 

Was ihn an der Sportart fasziniert? „Zum einen trainiere ich beim Klettern meinen ganzen Körper und nicht nur einzelne Muskelpartien. Zum anderen lernt man, seinem Partner blind zu vertrauen, weil dieser dein Leben wortwörtlich in seinen Händen hält. Das schafft eine besondere Beziehung“, sagt Quiring. Dennoch sei man beim Klettern im Vorstieg komplett auf sich alleine gestellt und aufgrund der Höhe absolut fokussiert. Es zähle nur der nächste Griff, alles andere rücke in den Hintergrund. „Solch intensives Erleben eines Moments kenne ich im Alltag nicht“, sagt er. Dieses Gefühl entschädige auch für Verletzungen, die er sich bereits zugezogen hat, wie einen Muskelfaserriss und eine ausgerenkte Schulter, oder für rissige und schmerzende Hände. Diese müssen beim Klettern einiges aushalten: Die Griffe in den Hallen sind sehr rau, im Freien hat man es mit scharfkantigen Oberflächen zu tun. Hinzu kommt der Einsatz von Chalk und Magnesia. Die weißen Pulver sorgen zwar für guten Grip, trocknen die Hände jedoch aus. Deshalb sind guter Schutz und viel Pflege das A und O.

Seine Tipps:

„Bei besonders harten Touren klebe ich die Hände mit Tape ab, um Verletzungen vorzubeugen. Denn ist die Haut einmal runter, benötigt sie Tage und Wochen, um wieder nachzuwachsen. Nach dem Klettern reinige ich meine Hände zunächst gründlich mit Seife, damit die Haut schnell regeneriert. Danach erhalten meine Hände eine ordentliche Portion fetthaltige Creme. So kann die Haut Feuchtigkeit besser binden. Der optimale Hautschutz bleibt aber nach wie vor: nicht abrutschen.“

 

Gepflegte Hände sind Kopfsache

Frisuren machen Leute. Doch was das für die Hände einer Stylistin bedeutet und welche Pflege sie brauchen, erzählt Friseurin Damaride Forestieri.

Waschen, schneiden, föhnen – das ist die Welt von Friseurmeisterin Damaride Forestieri, deren Name wahre Zungenfreude bereitet und die deshalb von ihren Kunden liebevoll Dama genannt wird. In ihrer Welt, dem Friseur-Salon Heiko Helfrich in Esslingen am Neckar, spielt sich weitaus mehr ab als das Standardprogramm. Innovative Strähnen-Techniken, trendige Haarschnitte, angesagte Frisuren – hier entstehen mit viel Liebe zum Detail wahre Meisterwerke. Dabei liegt der Fokus immer auf einer haargenauen Anpassung an die individuelle Persönlichkeit. „Wir können zwar fast jeden Kundenwunsch umsetzen, aber vor dem Wunsch steht für uns immer ein typgerechter Look und eine möglichst schonende Methode“, erklärt die 26-Jährige mit italienischen Wurzeln. Wunsch-Locken via Dauerwelle seien deshalb komplett aus dem Programm verbannt. Das Mittel schädige die natürliche Schutzschicht des Haares, wodurch sie strohig, trocken und brüchig werden könnten. Inzwischen gebe es haarfreundlichere Techniken mit einem ähnlichen Effekt. „Eine schöne Frisur und gesunde Haare machen einen glücklichen Kunden und einen glücklichen Friseur“, sagt Forestieris.

Neben einem Gespür für Trends, Kreativität, Menschenkenntnis und Neugierde sind für ihr Handwerk auch intakte Hände wichtig. Und das ist in ihrem Job eine echte Herausforderung. Rund 20-mal am Tag wäscht sich die Friseurmeisterin die Hände. Außerdem sei sie ständig in Berührung mit Shampoos, Stylingprodukten und Färbemitteln, die Chemie enthalten und die Haut belasten. Druckstellen von der Haarschere oder kleinere Schnittverletzungen sorgen zusätzlich für Probleme. Deshalb gehöre permanentes Eincremen bei ihr zur Routine.

 

Die richtige Handpflege für extrem beanspruchte Hände

 "Ich pflege und schütze meine Hände täglich mit Cremes, damit sie nicht austrocknen. Regelmäßiges Eincremen kann ich Friseuren und generell Menschen, die viel in Kontakt mit Wasser und Chemie sind, nur ans Herz legen."

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