Bewegtes Leben: Wer war Sebastian Kneipp?

Wasserdoktor, Kräuterpfarrer … Wie kommt der Sohn eines bayrischen Webers zu solchen Spitznamen – und nach Jahren sogar zu Ruhm weit über die Landesgrenzen hinaus?

Seine Erfolge und naturheilkundliche Philosophie sind eng mit der Lebensgeschichte Kneipps verknüpft. Diese könnte ganze Bücher füllen. Wir begnügen uns hier aber mit den wichtigsten Stationen im Leben unseres Namensgebers.

1821

Sebastian Kneipp wird am 17. Mai 1821 als Sohn eines Hauswebers in Stephansried (Bayern) geboren.

1842

Kneipp entwickelt schon früh den Wunsch, Geistlicher zu werden. Dr. Matthias Merkle, ein entfernter Verwandter, sowie der Ortspfarrer und Botaniker Christoph Ludwig Koeberlin unterstützen ihn in der Verwirklichung seines Wunsches: Sie lehren ihn Latein und bringen ihm die Welt der Pflanzenheilkunde näher.

1844

Gemeinsam mit seinem Förderer Merkle zieht Kneipp nach Dillingen, wo er das Gymnasium besucht.

1846

Im 19. Jahrhundert bestehen Wohnungen bestehen meist aus einem Zimmer, in der Regel teilen sich mehrere Menschen ein Bett. Perfekte Lebensumstände für Krankheiten wie die Tuberkulose. Auch Sebastian Kneipp erkrankt 1846. Das hindert ihn jedoch nicht daran, innerhalb von nur vier Jahren sein Abitur abzuschließen.

1849

Kneipp beginnt Theologie zu studieren, die Erkrankung macht ihm jedoch immer mehr zu schaffen. Durch Zufall entdeckt er ein Buch des Arztes Johann Siegmund Hahn über die Heilkraft von kaltem Wasser.

Beeindruckt von den darin aufgeführten Erkenntnissen, macht Kneipp den Selbstversuch in der kalten Donau. Ein nur wenige Sekunden andauerndes Bad und ein darauffolgender kurzer Sprint führen zu einem erstaunlichen Ergebnis: Kneipp fühlt sich frisch und erholt. Er wiederholt die kurzen Bäder in den nächsten Tagen und ergänzt diese um Halbbäder und Güsse. Sein Gesundheitszustand bessert sich daraufhin stetig.

1852

Inzwischen vollständig von Tuberkulose geheilt, macht Kneipp im Alter von 31 Jahren seinen Studienabschluss und wird kurz darauf Priester. Währenddessen vertieft er seine bisherigen Erkenntnisse zur Heilkraft von Wasser und wendet seine Behandlungsformen erstmals auch bei Patienten an. Unter ihnen: Eine an Cholera leidende Frau, die er heilt.

In der Bevölkerung wird Sebastian Kneipp immer beliebter und macht sich als „Cholera-Kaplan“ und „Wasserdoktor“ einen Namen. Ärzte und Apotheker wiederum beobachten sein Handeln kritisch. Ihnen missfällt, dass Kneipp Kranken zügig und kostenlos hilft. Sie erstatten Anzeige gegen ihn. Kneipp wird vor Gericht jedoch freigesprochen.

1855

Sein Wissen verschafft Kneipp zunehmend Prominenz. 1855 wird er nach Bad Wörishofen versetzt, wo er für weiteres Aufsehen sorgt: Mittels seiner Wasseranwendungen heilt er eine ganze Rinderherde von der Maul- und Klauenseuche. Als landwirtschaftlicher Berater vertieft er seine Erkenntnisse und schreibt sie in landwirtschaftlichen Sachbüchern nieder.

1855-1889

Im Zuge seiner Forschungen ergänzt Kneipp seine bisher entwickelten und überarbeiteten Therapieformen um weitere Heilmethoden. Er entwickelt ein ganzheitliches Gesundheitskonzept für Körper und Geist.

1886

Seine Beobachtungen und Ergebnisse hält Kneipp in seinem Buch „Meine Wasserkur“ fest. Neben Ausführungen zu seinen Wasseranwendungen enthält das Buch bereits ein Kapitel zur Kräuterheilkunde. Die Nachfrage nach einer Behandlung bei ihm wächst dadurch weiter. Bald stehen täglich bis zu 150 Patienten auf seiner Schwelle.

Das vom Schöpfer der Menschheit verliehene Wasser und die aus dem Pflanzenreich ausgewählten Kräuter machen das Wesentliche aus, Krankheiten zu heilen und den Körper gesund zu machen.

Sebastian Kneipp

1889

Kneipp veröffentlicht sein zweites Buch „So sollt Ihr leben“. Er beschreibt darin sein ganzheitliches Gesundheitskonzept mit den fünf Säulen.

1891

Der Grundstein der Marke Kneipp® wird gelegt: Denn Sebastian Kneipp überträgt seinem langjährigen Freund Leonhard Oberhäußer, einem Würzburger Apotheker, die Rechte, auf Basis der Kneippschen Philosophie pharmazeutische und kosmetische Produkte zu entwickeln und unter dem Namen „Kneipp“ zu vermarkten.

1893

1893 wird Kneipp eine ganz besondere Ehrung zuteil: Papst Leo XIII. ernennt ihn zum päpstlichen Geheimkämmerer und verleiht ihm den Titel „Monsignore“.

1894

Kneipp veröffentlicht „Mein Testament“, das all seine bisherigen Forschungsergebnisse zusammenfasst.

1897

Im Alter von 76 Jahren verstirbt Kneipp am 17. Juni 1897. Bis heute wirken seine Erkenntnisse und das daraus gewonnene Therapiekonzept nach und gelten als Meilenstein in der Medizin. Seine Erkenntnisse sind bis heute das Fundament der Marke Kneipp® und der Kneipp® Produkte.

 

 

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