Bergamotte: Mischt fast überall mit

Kurz & knapp

Wissenschaftlicher Name: Citrus aurantium L. ssp. bergamia
Familie: Rutaceae (Rautengewächse)
Herkunft: Indien, Kalabrien (Italien)
Botanik: Der etwa 5 Meter hohe, dornenlose Bergamottebaum gehört zur Gattung der Zitruspflanzen und ist als Kreuzung aus der Bitterorange mit der Limone (saure Limette) entstanden. Die Früchte sind grünlich-gelb und rund bis leicht birnenförmig.
Blütezeit: im Frühjahr
Verwendete Pflanzenteile: Per Kaltpressung wird aus den Fruchtschalen das Bergamottöl gewonnen.

Historische und volkstümliche Verwendung

„Mein Duft ist wie ein italienischer Frühlingsmorgen nach dem Regen.“ Als Johann Maria Farina 1708 diese Zeilen an seinen Bruder richtete, schwang die Begeisterung für die von ihm gerade entwickelte Komposition in jedem Wort mit. Zu Recht, immerhin hatte der Kölner Parfümeur soeben das bis heute legendäre Eau de Cologne geschaffen – auch bekannt als Kölnisch Wasser. Sein wesentlicher Bestandteil: das Öl aus den kaltgepressten Fruchtschalen der Bergamotte. In Indien und der süditalienischen Region Kalabrien verwendeten die Menschen den erfrischenden Extrakt schon Jahrhunderte früher zu medizinischen Zwecken, ob zur Desinfektion der Haut oder unterstützend zum Heilen kleiner Wunden.

Heutige Verwendung

Auch, wenn die unscheinbare Zitrusfrucht mit ihrer leicht schrumpeligen Schale wohl nicht zu den Schönheitsköniginnen der Pflanzenwelt zählt, verweist sie mit ihren inneren Werten so manche „Konkurrentin“ auf die Plätze.

Beispiel Wirksamkeit: Bergamottöl besitzt antiseptische und antimikrobielle Eigenschaften, sollte aber nicht unverdünnt angewendet werden. Auch strapazierte oder unreine Haut spricht auf Bergamottöl sehr gut an. 

Der erfrischende, leicht süßliche und aus mehr als 350 verschiedenen Aromen bestehende Duft kommt heute längst nicht mehr nur im Eau de Cologne zur Anwendung. Die Aromatherapie setzt das stärkende, energiereiche Bergamottöl beispielsweise gezielt bei Menschen ein, die zu Stresssymptomen sowie Verspannungen und Nervosität neigen. Um zu vermeiden, dass es auf der Haut zu phototoxischen Reaktionen zwischen dem im ätherischen Öl enthaltenen Stoff „Bergapten“ und UV-Licht kommt, werden heute nur noch Bergapten-freie Öle verwendet.

Schon gewusst?

Abgesehen von dem herrlich erfrischenden Duft und der großen Wirksamkeit hat es auch der charakteristische Geschmack der Bergamotte zu (heimlichem) Weltruhm gebracht: als Aroma-Zusatz des berühmten Earl-Grey-Tees.

  • Hauptinhaltsstoffe

    Hauptinhaltsstoffe

    Im Bergamottöl: ätherische Öle (v.a. Monoterpene: Limonen, Pinen)

 

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