Baldrian – die „Wunderwurzel“

Kurz & knapp

Wissenschaftlicher Name: Valeriana officinalis L.
Volksname: Katzenwurzel, Balderbrackenwurzel
Arzneibuchbezeichnung: Baldrianwurzel Ph.Eur. V (Valerianae radix)
Familie: Valerianaceae (Baldriangewächse)
Herkunft: Europa und Asien
Anbaugebiete: Holland, Belgien und Osteuropa
Botanik: Die bis zu zwei Meter hohen Baldrianstauden gedeihen vor allem an Bachufern, Gräben, auf feuchten Wiesen und in Laub- und Mischwäldern in ganz Europa. Wirksame Bestandteile besitzen jedoch allein die Wurzelstöcke und Wurzeln.
Blütezeit: Mai bis August
Verwendete Pflanzenteile: Wurzeln und Wurzelstock

Historische und volkstümliche Verwendung

Schon im 5. Jahrhundert v. Chr. lobte Hippokrates, der Urvater der Medizin, die „Wunderwurzel“ – und auch der römische Gelehrte Plinius zeigte sich mehr als 400 Jahre später von ihrer Wirkung überzeugt. Im Mittelalter empfahl neben dem Lorscher Arzneibuch ebenso Hildegard von Bingen seine Verwendung.

Baldrian wurde über seine beruhigende Wirkung hinaus „in allen krampfartigen und convulsivischen Krankheiten, gegen die fallende Sucht und bei hysterischen Anfällen“ eingesetzt. Doch brachte diese finstere Zeit auch Aberglaube hervor, so wurde der „Stinkwurz“ die Fähigkeit zur Abwehr des Bösen zugeschrieben. Sie sollte Geister, Teufel und Hexen vertreiben. In einem alten Volksreim heißt es „Baldrian, Dost und Dill, kann die Hexe nicht, wie sie will“.

Sebastian Kneipp nennt im Pflanzenatlas von 1894 folgende Anwendungsgebiete: „Brust-, Unterleibs-, Kopfbeschwerden, Migräne, Verstimmung des Magens, Asthma und nervöser Schwindel“.

Weit geschätzt ist auch die Verwendung als Schlafmittel.

Sebastian Kneipp

Heutige Verwendung

Baldrian ist eines der am häufigsten eingesetzten pflanzlichen Mittel. Er wird arzneilich gern bei leichter nervöser Anspannung, bei Unruhezuständen und bei Schlafstörungen eingesetzt – auch bei Stresssymptomen.

Schon gewusst?

Bei Katzen löst Baldrian völlig andere Reaktionen aus. Sie nehmen den Duft regelrecht als Aphrodisiakum wahr – was die Bezeichnung von Baldrian als Katzenwurzel erklärt.

 

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