Brennnessel: alles auf Grün

Kurz & knapp

Wissenschaftlicher Name: Urtica urens L., Urtica dioica L.
Volksname: Nesselkraut, Haarnesselkraut, Hanfnesselkraut
Arzneibuchbezeichnungen: Brennnesselblätter Ph.Eur. (Urtica Folium), Brennnesselkraut DAC (Urtica herba), Brennnesselwurzel DAB (Urtica Radix)
Familie: Urticaceae (Brennnesselgewächse)
Herkunft: Vorkommen fast kosmopolitisch als Ruderalpflanze – also einer Pflanze, die an stark menschlich geprägten Standorten gedeiht
Botanik: Die Brennnessel ist eine zweihäusige, bis zu 2,5 Meter hohe Staude. Brenn- und Borstenhaare sind wie Injektionskanülen gebaut, deren Köpfchen bei der kleinsten Berührung abbrechen, sich in die Haut bohren und sofort ein brennendes Stoffgemisch injizieren.
Erntezeit: Juni und Juli
Verwendete Pflanzenteile: Blätter

Historische und volkstümliche Verwendung

„Die Blätter erweichen den Bauch, vertreiben Blähungen und vertreiben den Harn“ – so beschrieb im 1. Jahrhundert nach Christus der griechische Arzt Dioskurides die heilsame Wirkung der Brennnesselblätter. Doch bereits rund 3.000 Jahre zuvor linderten die alten Ägypter mittels Brennnessel-Infusion (Aufguss) etwa hexenschussbedingte Schmerzen. Im Mittelalter legte man Brennnesselblätter zur Prognose in den Harn von Kranken. Blieben sie grün, war dies ein Zeichen baldiger Genesung; schrumpfte sie hingegen, war alle Hoffnung verloren.

Früher wurde die Brennnessel darüber hinaus zur sogenannten Blutreinigung eingesetzt, gemeint war die Durchspülung des Körpers, womit überflüssige Stoffe ausgeschwemmt werden sollten. Bis heute wird die Brennnessel volksmedizinisch bei Gelenks- und Muskelrheumatismus sowie – unter anderem – bei Harnwegserkrankungen eingesetzt.

Die Brennnesseln wirken ungemein blutreinigend.

Sebastian Kneipp

Heutige Verwendung

Die Wirkstoffe der Brennnessel kommen heute in vielfältiger Weise zum Einsatz: äußerlich zur Pflege der Kopfhaut und Haare, innerlich bei arzneilicher Anwendung beispielsweise zur Durchspülung ableitender Harnwege sowie zur symptomatischen Behandlung von rheumatischen Beschwerden. Seit dem 20. Jahrhundert werden frische Brennnesseln in Schweden und ländlichen Gegenden Großbritanniens vor allem im Frühling wieder gegessen. Sie enthalten reichlich Eisen, Vitamin C wie auch weitere wertvolle Inhaltsstoffe.

Hierzulande sind die gängigen Anwendungsformen der aus Brennnesselblättern gewonnene Tee, der aus den Blättern und dünneren Stängeln gepresste Saft, sowie Zubereitungen aus Brennnesselblättern (Pulver oder Trockenextrakte) in festen Formen wie Tabletten, Dragees oder Kapseln.

 

 

 

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