Nachtkerze: vom Unkraut zum Heilkraut

Kurz & knapp

Wissenschaftlicher Name: Oenothera biennis L.
Familie: Onagraceae (Nachtkerzengewächse)
Volksnamen: Schinkenwurzel, Rapontikawurzel
Herkunft: Ursprünglich aus Nordamerika, heute auch in Europa verbreitet
Anbaugebiete: Nord- und Mittelamerika, Europa
Botanik: Die Pflanze bildet im zweiten Jahr einen kräftigen, bis 150 cm hohen Blütenstängel, der an der Spitze eine reichblütige Traube mit bis zu 5 cm großen Blütenknospen entwickelt.
Blütezeit: Juli bis September
Verwendete Pflanzenteile: Die reifen Samen und das daraus gewonnene Öl

Historische und volkstümliche Verwendung

Lange bevor die Nachtkerze zu Beginn des 17. Jahrhunderts als „blinder Passagier“ an Bord eines Wollfrachtschiffs europäischen Boden erreichte, hatten die amerikanischen Ureinwohner die vielfältigen Heilwirkungen der Pflanze entdeckt. Sie zerstampften die ölhaltigen Samen zu einem Pflanzenbrei und behandelten damit Geschwüre und Hautkrankheiten. Aus den blühenden Sprossenspitzen wurde zudem ein krampflösender Aufguss bei Magen-Darm-Problemen zubereitet.

In Europa dann zunächst als Unkraut verschrien, wusste man auch hier die breiten Anwendungsmöglichkeiten bald zu schätzen – sowohl als kraftspendendes Gemüse (durch Dünsten der rübenartigen Wurzel) wie im Bereich der Wundheilung.

Heutige Verwendung

Das Samenöl der Nachtkerze enthält mit bis zu 80  Prozent einen besonders hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren – insbesondere an entzündungshemmender Gamma-Linolsäure, die vor allem bei Hauterkrankungen Abhilfe schaffen kann. So wird es beispielsweise gern zur reizlindernden Hautpflege bei Neurodermitis,  Ekzemen und weiteren trockenen und leicht entzündlichen Hautzuständen unterstützend eingesetzt. Gerade im Winter lässt sich heizungsluftgequälte Haut durch die Anwendung von Nachtkerzenöl hervorragend mit Feuchtigkeit versorgen.

Hochwertige Nachtkerzenölprodukte werden äußerlich als Hautpflege- und Bademittel sowie innerlich in Form von Kapseln angewendet. Dank seiner wertvollen Inhaltsstoffe – unter anderem Mineralien und Vitamine – greifen ernährungsbewusste Menschen auch in der Küche gern auf Nachtkerzenöl als Speiseöl zurück.

Schon gewusst?

Ihren Namen verdankt die Nachtkerze dem Umstand, dass sie erst bei Dämmerung ihre Blüten öffnet, um mit betörendem Duft Insekten anzulocken.

 

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