Teufelskralle: Himmlische Kräfte

Kurz & knapp

Wissenschaftlicher Name: Harpagophytum procumbens DC.
Volksnamen: Afrikanische Teufelskralle, Trampelklette
Arzneibuchbezeichnungen: Harpagophytum procumbens DC und H. zeyheri L. DECNE.
Familie: Pedaliengewächse, Pedaliaceae
Herkunft: Heimisch in den Savannen der Kalahari Südafrikas und Namibias
Botanik: Krautige Pflanze mit bis zu 1,50 Meter langen, flach auf dem Boden liegenden Trieben, verzweigtem Wurzelsystem und fingerhutähnlichen Blüten
Erntezeit: Frühjahr
Verwendete Pflanzenteile: Wurzelknollen

Historische und volkstümliche Verwendung

Fragt man traditionelle afrikanische Heiler, für welche Leiden sie auf die Kraft der Teufelskralle schwören, sollte man sich für die Antwort etwas mehr Zeit einplanen: Stoffwechselerkrankungen, Nieren-, Blasen-, Leber- oder Gallenleiden, Schwangerschaftsbeschwerden, Verdauungsprobleme – die Liste der nachgesagten Heilwirkungen ließe sich lang fortsetzen.


Vor allem in Namibia, Südafrika und Botswana macht sich die indigene Bevölkerung zahlreiche positive Eigenschaften der Pflanzenwurzel bereits seit vielen Jahrhunderten zunutze.

Heutige Verwendung

Nachdem die afrikanische Teufelskralle Anfang des 20. Jahrhunderts nach Europa gelangt war, legte sie auch auf unserem Kontinent eine respektable Karriere als Heilpflanze hin. Präparate mit Teufelskrallenextrakten können unter anderem bei Rückenschmerzen oder degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie bei Verdauungsproblemen Linderung verschaffen. Unterstützend wird die Pflanze auch bei Sehnenentzündungen eingesetzt.

Allerdings wäre der Teufelskralle ihre steigende Beliebtheit beinahe zum Verhängnis geworden. Durch intensive Ernten ging der Bestand in Afrika zeitweise so stark zurück, dass man fast von einer bedrohten Art sprechen musste. Inzwischen existieren jedoch verschiedene Kultivierungsprogramme sowie ein internationales Schutzkonzept, das den heimischen Bauern nachhaltige Erntemethoden vermittelt – Maßnahmen, die den Erhalt der wild wachsenden Populationen sichert.

Schon gewusst?

Im Gegensatz zur afrikanischen Teufelskralle gehört die in Europa heimische Teufelskralle zum Stamm der Glockenblumengewächse und eignet sich nicht zur medizinischen Verwendung.

Auch sonst pflegt die Europäerin einen unspektakulären, harmlosen Lebenswandel. Bei der afrikanischen Teufelskralle ist der Name jedoch Programm: Während die Blüte in den schönsten Schattierungen von hellrosa bis purpurrot strahlt, sind ihre lang verzweigten Arme mit Widerhaken versehen. Diese verfangen sich oft in Fell und Klauen von Tieren und können zu ernsthaften Verletzungen führen. Wie so oft steckt der Teufel eben im Detail.

 

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