Unternehmensgeschichte

1890

Sebastian Kneipp lernt den Würzburger Apotheker Leonhard Oberhäußer kennen. Aufgrund ihrer gemeinsamen Überzeugung, mit naturheilkundlichen Methoden Gutes zu tun, werden sie enge Partner und gute Freunde. Auf Basis natürlicher Pflanzenessenzen und anderer reiner Inhaltsstoffe schaffen sie jene Rezepturen, die auch heute noch richtungsweisend für die Kneipp®-Produkte sind.

1891-1897

1891 legt Sebastian Kneipp das Vermächtnis seiner lebenslangen Studien in die Hände des Freundes und Mitstreiters Leonhard Oberhäußer, indem er ihm exklusiv, das heißt weltweit und für alle Zeiten, die Rechte überträgt, pharmazeutische und kosmetische Produkte sowie diätetische Lebensmittel „mit dem Namen und dem Bilde des Herrn Pfarrer Sebastian Kneipp“ zu entwickeln, herzustellen und zu vertreiben. Mit diesem Vertrag legen die beiden den Grundstein für Kneipp®.

Bis zum Jahre 1897 folgen weitere bestätigende und erweiternde Erklärungen und Verträge. Das erste Produkt, das in der Würzburger Engel-Apotheke mit dem Namen Kneipp® hergestellt wird, sind die Kneipp-Pillen gegen Darmträgheit. Schnell folgen Tees, Pflanzensäfte, Pflanzenpulver, Tinkturen, ölige Auszüge sowie die sogenannten „Spezialitäten“ (Fertigarzneimittel), Rosmarinwein, Magentrost und Flatuol. Leonhard Oberhäußer übernimmt den Versand der Kneipp-Mittel.

1897-1919

Nach dem Tod von Sebastian Kneipp im Jahre 1897 stellt Leonhard Oberhäußer weiterhin Heil- und Pflegemittel gemäß den Rezepturen Kneipps her und verhilft den Produkten zu Bekanntheit auch über die Landesgrenzen hinaus.

1919 - 1945

Firmierung als Kneipp-Mittel-Zentrale. In zweiter Generation hat Hermann Oberhäußer, der Sohn von Leonhard Oberhäußer, die Geschäftsführung inne. Die Kneipp-Mittel-Zentrale floriert und bezieht eigene Räume in der Würzburger Ludwigstraße 9 gegenüber dem Stadttheater. Ab 1920 werden auch Apotheken beliefert.

1945-1951

Nach der Bombennacht kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs im März 1945 und der damit einhergehenden fast völligen Zerstörung Würzburgs kommt die Firma übergangsweise auf dem Gelände der Würzburger Essigfabrik unter.

Die Kneipp-Werke trennen sich von der Engel-Apotheke und werden ein unabhängiges Unternehmen. Luitpold Leusser, der Neffe von Hermann Oberhäußer, und seine Verlobte und spätere Frau Mareille Bene übernehmen die Geschäftsführung der Kneipp-Werke.

Später erfolgt die Gründung einer OHG, deren gleichberechtigte Teilhaber Hermann Oberhäußer und Luitpold Leusser sind. Erika Oberhäußer, die Tochter von Hermann Oberhäußer, folgt ihrem Vater 1951 nach, zog sich aber später aus der aktiven Unternehmensführung zurück.

1951 – 1979

In dritter Generation führt der Apotheker Senator Luitpold Leusser das Unternehmen, das jetzt als Kneipp-Heilmittel-Werk firmiert. 1958 zieht die Firma in ein ehemaliges Ausflugslokal im Steinbachtal 43 in Würzburg – bis 2013 der Verwaltungssitz. Ebenfalls 1958 wird in Bad Wörishofen ein Haus gekauft und eine Informationsstelle für die Bevölkerung eingerichtet: das „Wörisana-Haus“. Ab 1960 veranstaltet Apotheker Leusser in Bad Wörishofen jährlich Symposien für Ärzte und Apotheker zum Thema „Kneipp-Therapie“.

In den 70er Jahren beginnt der große Boom. Die Vertriebskanäle werden auf Drogeriemärkte und den Lebensmitteleinzelhandel ausgeweitet. Der Umsatz verdoppelt sich jährlich und steigt von ca. vier Mio. auf über 50 Mio. DM pro Jahr. In dieser Phase erfolgt der Neubau des Werks in Würzburg-Heidingsfeld und die Gründung einer Tochterfirma in Holland.

1979-1996

Ab 1979 läuft die Produktion am Standort Würzburg-Heidingsfeld. Dort werden Ölbäder, Badesalze und Pflanzensäfte hergestellt. Im Steinbachtal 43 wird eine kleine Badeabteilung mit Badewannen eingerichtet, um neue Rezepturen zu testen. Später erfolgt der Ausbau zu einem Kneipp-Gesundheitszentrum, in dem Massagen, Fango- und Kneipp-Anwendungen durch medizinisches Fachpersonal vorgenommen werden. In den späten 80er Jahren kommen Sauna und Türkisches Dampfbad hinzu.

1980 gründet Luitpold Leusser in Bad Wörishofen die Teefabrik aus dem bestehenden Auslieferungslager. Mit ein Grund dafür ist die Auffassung, dass die Kneipp-Werke auch in Bad Wörishofen, der Wirkstätte Sebastian Kneipps, fest verankert werden sollen.

1991 wird die Teefabrik durch einen verheerenden Brand völlig zerstört. Sofort nach dem Wiederaufbau des Gebäudes wird dort ab 1992 schon wieder in vollem Umfang produziert.

1996-2001

Luitpold Leusser stirbt am 23.10.1996. Seine Frau Mareille Leusser, Erika Oberhäußer und ihre Nichte Susanne Boecker (Tochter von Gisela Bolch, geb. Oberhäußer) und ihr Ehemann Fritz Boecker übernehmen die Führung der Kneipp-Werke.

Die Kneipp-Werke gründen Tochterfirmen in den USA, der Schweiz und in Österreich. In dieser Phase wandeln sich die Kneipp-Werke zu einem modernen Produktionsstandort mit einem Zentrallager in Ochsenfurt-Hohestadt in der Nähe von Würzburg. Die Labors für Qualitätskontrolle, analytische Entwicklung sowie die Abteilungen Forschung und Entwicklung, Arzneimittel-Zulassung und Medizin werden 1999/2000 ebenfalls an den neuen Standort verlegt.

2001

Mareille Leusser und Erika Oberhäußer scheiden aus der Firma aus.

Die PAUL HARTMANN AG aus Heidenheim steigt bei Kneipp® ein. Die HARTMANN GRUPPE hält 80 Prozent, Susanne Boecker 20 Prozent der Unternehmensanteile.

Anfang 2002 verlässt Fritz Boecker und ein Jahr später Susanne Boecker die Geschäftsführung. Der Ausbau des internationalen Geschäftes wird erheblich ausgeweitet.

2005

Am 11. Mai übernimmt Dietmar J. Salein die Geschäftsführung der Kneipp-Werke.

Es folgt eine strategische Neuausrichtung und eine Repositionierung der Marke gemäß des Leitgedankens „Kneipp wirkt. Seit 1891“ mit Konzentration auf die ursprüngliche Kernzielgruppe 50 plus.

April 2008

Die PAUL HARTMANN AG übernimmt 20 Prozent der Anteile an Kneipp von Susanne Boecker und wird zum 100-prozentigen Anteilseigner von Kneipp.

8. Juli 2008

Taufe des Kneipp-Standorts Hohestadt auf "Werk Oberhäußer" in Anwesenheit von Frau Erika Oberhäußer als äußeres Zeichen der Wertschätzung der Herkunft der Kneipp-Werke und der Leistung der Gründerfamilie Oberhäußer.

September 2010

Erster Kneipp-Shop in einem Shopping-Outlet wird eröffnet. Kneipp setzt ab 2011 das Konzept zur Eröffnung stationärer Läden in Deutschland und Österreich um. Inzwischen bestehen zehn eigene Kneipp-Stores mit dem kompletten, großen Kneipp-Sortiment.

Februar 2013

Umsetzung des Standortkonzeptes und Konzentration aller Produktions- und Verwaltungsbereiche am Standort Ochsenfurt-Hohestadt.

März 2016

Christoph Hirschmann und Frank Titus lösen Dietmar Salein in der Geschäftsführung der Kneipp-Gruppe ab. Die neuen Geschäftsführer teilen sich die Aufgabe, mit der Marke Kneipp® und der Kneipp-Gruppe weitere Erfolge zu erzielen. Die Basis ihres Handelns ist nach wie vor der Auftrag des Namensgebers, Sebastian Kneipp.

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