Wie Kneipp Rohstoffe einkauft

Handeln und verhandeln

Hochwertige Produkte erfordern hochwertige Rohstoffe. Um unseren eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, haben wir strikte Einkaufsrichtlinien festgelegt. Und diese umfassen klare Regeln rund um das Thema Nachhaltigkeit.

Die Kneipp Einkäufer verhandeln zunächst bei der Lieferantenqualifizierung und später in ihren Gesprächen mit den Lieferanten generell auch Nachhaltigkeitsaspekte. Für die jeweiligen Inhaltsstoffe werden beispielsweise Nachhaltigkeitsberichte und/oder Nachhaltigkeitskonzepte eingefordert.

So regional wie möglich, so international wie nötig

Wo immer möglich bevorzugen wir heimische Pflanzen. Viele der für Kneipp Produkte genutzten Rohstoffe beziehen wir deshalb aus Deutschland oder dem europäischen Ausland. Dabei gilt immer, dass die Qualität der Rohware unseren Anforderungen genügen muss.

Nicht alle benötigten pflanzlichen Rohstoffe sind jedoch in ausreichender Qualität oder überhaupt aus europäischem Anbau erhältlich. Aufgrund natürlicher Gegebenheiten wachsen einige Pflanzen, wie etwa der Sheabaum, beispielsweise nicht auf unserem Kontinent.

Prioritäten setzen

Andere Rohstoffe beziehen wir dafür auch dann aus regionalem oder deutschem Anbau, wenn sie auf dem Weltmarkt in gleicher Qualität für einen niedrigeren Preis zu bekommen wären. Dies ist beispielsweise häufig bei Johanniskraut der Fall – eine klassische Arzneipflanze, die schon Sebastian Kneipp nutzte und die bis heute in vielen Kneipp Produkten steckt.

Beispiele nachhaltiger Rohstoffbeschaffung

  • Sheabutter aus fairem Handel

    Sheabutter aus fairem Handel

    Die Nüsse des Sheabaumes, aus deren Kernen der Kosmetikrohstoff Sheabutter gewonnen wird, stammen zum Großteil aus Burkina Faso, einem der ärmsten Länder weltweit.
    Kneipp ist sich der Tatsache bewusst, dass der Handel mit der Sheanuss eine wichtige Lebensgrundlage für zahlreiche westafrikanische Familien darstellt und bezieht seine Sheabutter deshalb aus fairem Handel.

    In den Ursprungsgebieten der Sheanuss, der westafrikanischen Savanne, nutzen die Menschen Sheabutter seit jeher als Speisefett und Hautpflegemittel. Mütter massieren und pflegen ihre Kinder von Geburt an mit diesem Naturprodukt. Zudem wissen die Menschen ihre entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften bei Juckreiz, Narben und Verbrennungen einzusetzen.
    Auch in Europa wird die Sheabutter für ihre wertvollen Pflegeeigenschaften geschätzt und ist häufiger Bestandteil in Pflegeprodukten – beispielsweise in den Kneipp Gesichtscremes der Serien Mandelblüten Hautzart und Regeneration durch Naturkraft.

    Weil die Kneipp GmbH beim Einsatz von Rohstoffen neben ausgezeichneter Qualität besonderen Wert auf eine nachhaltige Rohstoffgewinnung legt, bezieht Kneipp seine Sheabutter von der Firma AAK. Diese initiierte  gemeinsam mit dem UN DP (United Nations Development Plan) ein Fair Trade Projekt in Burkina Faso, das die Frauen vor Ort gezielt unterstützt. Warum speziell die Frauen? Nun, traditionell ist die Ernte der Sheanüsse und die Herstellung der reichhaltigen Sheabutter ihre Aufgabe.

    Im Fokus des Fair-Trade-Projekts steht die Bereitstellung von motorbetriebenen Arbeitsgeräten und Stromerzeugungsaggregaten. Diese entlasten die Frauen bei ihrer täglichen Arbeit im Haushalt, beispielsweise beim Mahlen von Mais und Sheanüssen – eine Arbeit, die ohne maschinelle Unterstützung sehr zeitaufwändig und kräftezehrend wäre.
    Durch die tägliche Arbeitserleichterung bleibt den Frauen mehr Zeit für die Shea-Ernte und folglich ein höheres Einkommen, das ihnen einen besseren Lebensstandard ermöglicht. Die Familien nutzen die höheren finanziellen Ressourcen für die Schulbildung ihrer Kinder, medizinische Versorgung oder zukunftssichernde Investitionen in die berufliche Eigenständigkeit.

    Auch nach ihrer Teilnahme an diesem UN-Projekt erhalten die Frauen von AAK Hilfe zur Selbsthilfe: In Schulungen lernen sie die Qualität ihrer Ernte zu steigern. Darüber hinaus bekommen sie Bonuszahlungen für die Spitzenqualität der Rohstoffe.

  • Arnica montana L.

    Arnica montana L.

    Das liebste Kraut von Sebastian Kneipp war die Arnika. „Bergwohlverleih“, wie das Heilkraut auch genannt wird, wirkt arzneilich angewendet vor allem bei stumpfen Verletzungen wie  Blutergüssen, Prellungen, Quetschungen und Zerrungen.

    Auch heute noch gehört die Arnika zu den wichtigsten pflanzlichen Rohstoffen bei Kneipp. Für arnikahaltige Arzneimittel verwenden wir bewusst eine spezielle Sorte: Arnica montana L., die sogenannte Spanische Arnika. Sie überzeugt durch besonders geringes Allergiepotenzial.

    Um den Bestand der wilden Arnica montana L. zu schützen, unterstützte Kneipp bis 2014 ein aufwändiges Zucht- und Anbauprojekt zur Kultivierung der Spanischen Arnika in Deutschland. Bereits 1996 begann Kneipp in Zusammenarbeit mit Philipp Berner, einem Experten für Pflanzenzucht, Arnikapflanzen spanischer Wildherkünfte anzubauen und zu züchten.
    Das Ergebnis langjähriger Arbeit: eine firmeneigene Sorte mit dem Namen Arvita. Die Erteilung der Sortenrechte durch das Bundessortenamt an die Kneipp GmbH erfolgte im Dezember 2011.
    In den Folgejahren zeigt sich jedoch, dass die Natur nicht planbar ist. Frostschäden, Trockenheit und andere Umwelteinflüsse setzten dem Pflanzenbestand so zu, dass eine mengenmäßig ausreichende und wirtschaftlich vertretbare Versorgung mit Arnikablüten aus deutschem Anbau unmöglich wurde.

    Trotz des hohen Aufwands und dieses herben Rückschlags bleibt Kneipp aber am Ball: Seit 2015 wird versucht, eine kontrollierte Wildsammlung in Nordspanien aufzubauen und daran anknüpfend den zuverlässigen und wirtschaftlichen Anbau von Arnika in der spanischen Variante zu ermöglichen. Ein Projekt, für das wieder viel Geduld nötig sein wird. Aber wir haben einen langen Atem – schließlich gibt es die Marke Kneipp schon seit rund 125 Jahren.

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