Frau im Handtuch überprüft Badewassertemperatur.
Frau im Handtuch überprüft Badewassertemperatur.
Eiskalt, kalt, warm, wärmer …

Was Du mit Wärmetherapie & Kältetherapie bewirken kannst – und worauf Du achten solltest

Aus der Distanz heraus kann es schon kurios anmuten, wenn man unsere eigentlich so wärme- und kälteempfindliche Spezies Mensch beobachtet: Die einen lassen sich mit 50 Grad warmem Schlamm einreiben, andere tauchen freiwillig in eiskaltes Wasser … und das, obwohl wir mit unseren durchschnittlich knapp 37 Grad Körpertemperatur im Grunde ganz komfortabel ausgestattet sind. Doch natürlich passiert das alles nicht von ungefähr, wie die Begriffe Wärmetherapie und Kältetherapie schon andeuten. Der gezielte Einsatz von Wärme und Kälte – etwa unter Einsatz von Wasser, wie in der von Sebastian Kneipp geprägten Hydrotherapie, – kann unserem Körper tatsächlich auf vielerlei Weise guttun.

Ein Hoch auf die Temperatur:

Mann entspannt in Badewanne.

Die Wirkprinzipien der Wärmetherapie

Ob man sich nun in einer dicken Wolldecke einkuschelt, die Hände an einer Tasse Tee wärmt oder sich mit geschlossenen Augen von der Frühlingssonne bescheinen lässt: Wärme ist etwas Wundervolles. Hinter dem, was wir als so angenehm empfinden, steckt jedoch noch einiges mehr: Trifft Wärme auf unseren Körper, sorgt dies grundsätzlich für eine Erweiterung der Blutgefäße. In der Folge kommt es zu einer stärkeren Durchblutung bzw. zur Entspannung verkrampfter Muskeln. Diese Talente macht sich die Wärmetherapie gezielt zu Nutze, besonders wenn es um die weit verbreiteten „Zivilisationsleiden“ geht, die von zu vielem Sitzen, wenig Bewegung oder Fehlbelastungen herrühren …

Wirksame Lösungen für Verspannungen & Co.:

Wärmflasche mit flauschiger Hülle.

Was bei Wärmeanwendungen in der Thermotherapie wärmstens zu empfehlen ist

In der Wärmetherapie stehen Hilfsmittel wie Wärmflasche, Kirschkernkissen oder Infrarotlampen bereit. Doch nicht nur wer an Verspannungen leidet, liegt mit Anwendungen der Wärmetherapie goldrichtig. Menschen mit rheumatischen Erkrankungen können etwa von Fango-Packungen profitieren: Dabei wird Mineralschlamm auf 45 bis 52 Grad erhitzt und dick auf die entsprechende Körperpartie aufgetragen, an die er seine Wärme dann langsam und tiefenwirksam abgibt.

Tut akut gut:

Beine werden mit Duschbrause abgeduscht.

Diese Stärken hat die Kältetherapie

„Bei der Kälte zieht’s mir alles zusammen!“ Den Effekt von niedrigen Temperaturen auf unseren Körper erleben wir oft quasi leibhaftig. Und letztlich passiert rein physiologisch nichts anderes: Kälte verengt die Blutgefäße, reduziert die Durchblutung und dämpft auch die Aktivität von Schmerzrezeptoren. Deshalb eignet sich die Kältetherapie in der lokalen Anwendung mittels Kühlpads oder Eiswürfel in Handtüchern vor allem bei akuten Leiden: sei es beim verstauchten Knöchel bzw. der gezerrten Schulter nach dem Sport oder bei drohenden Blutergüssen.

Achte auf deine Grenzen!

Dos und Don’ts in der Thermotherapie

„Jetzt leg‘ ich mich erstmal drei Tage in die Eistonne!“, ließ Fußballprofi Per Mertesacker einst nach einem kräftezehrenden Spiel bei der WM 2014 verlauten. Selbst wenn das mit den drei Tagen sicher etwas übertrieben war, schwören viele Leistungssportler:innen auf Kältekammern & Eistauchbäder. Nach diesem Vorbild haben sich vielerorts Angebote zur Ganzkörper-Kryotherapie (altgriechisch „kryos“ = Eis, Frost) etabliert. Wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse über das Frieren bei teils minus 110 Grad gibt es jedoch noch wenige.


Sicher ist allerdings: Besonders bei dieser gerade ziemlich angesagten "Therapie-Spielart", aber auch den oben beschriebenen Formen von Thermotherapie-Anwendungen sollte man Vorsicht walten lassen:

  • Lege Kühlpads oder Wärmekissen niemals direkt auf die Haut, da es sonst zu Verbrennungen kommen kann; wickle sie stattdessen zum Beispiel in ein Baumwolltuch
  • Achte bei Infrarotlampen auf die Hersteller-Anweisungen in puncto Abstand & Dauer
  • Grippale, fieberhafte Infekte und Wärmetherapie vertragen sich nicht
  • Leidest du an bestimmten (chronischen) Erkrankungen wie Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, eingeschränkter Nierenfunktion u. a., solltest du sowohl vor Wärmeanwendungen oder Anwendungen der Kältetherapie unbedingt ärztlichen Rat einholen

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