Frau steht in der Küche und genießt gesundes Essen.
Frau steht in der Küche und genießt gesundes Essen.
Ganz schön (ent)spannend:

Welche Lebensmittel bei Stress das Zeug zur Nervennahrung haben

An 365 Tagen grundentspannt und ausgeglichen durchs Jahr gehen – ein Traum … aus dem wir leider oft ziemlich unsanft geweckt werden. Von der freundlichen Erinnerung an die überfällige Steuererklärung oder der immer näher rückenden Prüfung; von der spontan streikenden Spülmaschine oder der berühmt-berüchtigten Bürofrage „Könnten Sie vielleicht noch …?“. Unser Leben gleicht manchmal einem ständigen Tanz um unzählige kleine und große Stress-Quellen. Bei so viel Nervensache(n) kann Nervennahrung durchaus Abhilfe schaffen – solange man auf dem Weg zu mehr Gelassenheit bei der Wahl der Lebensmittel einige Dinge beachtet.

Vorsicht mit Schoki, Chips & Co.:

Frau wäscht Salat in der Küche.

Stress lass nach – aber lieber gesund und nachhaltig

Erst das Gesicht in den Händen vergraben – und dann die Hand zielsicher zur Snackschublade wandern lassen. Diesen typischen Stressmove kennen wir wahrscheinlich alle. Sind wir angespannt, werden die Hormone Adrenalin und Cortisol ausgeschüttet. Letzteres stimuliert das Verlangen nach einem kalorischen Kick – wie ihn uns Schokolade, Chips und andere süße oder salzige Versuchungen bescheren. Und die Belohnung folgt dank des zusätzlich freigesetzten Botenstoffs Dopamin in Form eines kleinen Glücksgefühls. Doch unser Körper macht uns hier im Nu einen dicken Strich durch die Rechnung: So schnell das Ganze funktioniert, ist es nämlich auch schon wieder vorbei. Denn die überwiegend einfachen Kohlenhydrate treiben den Insulinspiegel sprungartig in die Höhe, werden rasch verbrannt – und ziehen im Ergebnis weitere Heißhungerattacken nach sich. Gute Ernährung bei strapazierten Nerven geht definitiv anders.

Die inneren Werte zählen:

Auf diese Nährstoffe kommt es bei einer Anti-Stress-Ernährung an

Stehen wir unter Spannung oder geht uns etwas richtig auf die Nerven, ist unser Bauchgefühl also nicht unbedingt der beste Ratgeber. Vielmehr lohnt es sich, auf der Suche nach beruhigender Nervennahrung die kleinen Sünden mal in der Schublade zu lassen und uns mit wirklich hilfreichen Lebensmitteln zu befassen. 

Text auf Farbfläche: Vitamine

Vitamine

Man braucht keinen Master in Ernährungswissenschaft, um zu wissen, dass Vitamine für unseren Körper nicht nur gesund, sondern sogar lebensnotwendig sind. Allerdings kann unser Organismus die essentiellen Nährstoffe nicht selbst bilden. Wir müssen sie also mit der Ernährung aufnehmen, auch wenn wir etwas gegen Stressgefühle tun wollen. Äußerst hilfreich sind hier neben dem berühmten großen C (für die Abwehrkräfte) die B-Vitamine B1, B2, B6 und B12. Sie tragen entscheidend zu einer besseren Konzentrations- und Leistungsfähigkeit bei. 

Text auf Farbfläche: Mineralstoffe

Mineralstoffe

Auch bei diesen essenziellen Stoffen müssen wir dem Körper durch eine gut ausbalancierte Ernährung unter die Arme greifen. Während z. B. ein ausgewogener Kalium-Haushalt positiv auf die Psyche wirkt, grätscht Magnesium dazwischen, wenn unsere Nervenzellen bei Anspannung durch die Hormone Adrenalin und Noradrenalin gereizt werden.

Text auf Farbfläche: Proteine & Fette

Proteine & Fette

„Nicht ohne meine Proteine!“, hört man ja oft von Gym-Fans. Dabei kann vor allem die darin enthaltene Aminosäure L-Tryptophan großen Einfluss auf unser Stresslevel haben. Denn dieser Stoff ist nichts weniger als die Vorstufte des bekannten Glückshormons Serotonin. Bei Fetten, oder genauer: den Fettsäuren, lautet das Zauberwort wiederum „ungesättigt“. Besonders den wertvollen Omega-3-Fettsäuren schreibt man positive Effekte auf Psyche und Stressresistenz zu.  

Für die Extraportion Gelassenheit:

Diese Lebensmittel schmecken dem Stress gar nicht

Vermutlich hast du schon geahnt, dass wir jetzt mit einem reichlich gefüllten Obst- und Gemüsekorb um die Ecke kommen. Doch auch aus wissenschaftlicher Sicht liegt man auf der Suche nach Nervennahrung bei einem obst- und gemüsereichen Speiseplan goldrichtig. Welche Lebensmittel sich in diesem Zusammenhang besonders eignen – und was sonst noch für gute Nerven sorgen kann, verraten wir dir hier.

Aufgestapelte Bananen.

Bananen

Außen krumm – und bei Anspannung gerade das Richtige: Bananen enthalten viel Kalium, Vitamin B6 und außerdem die wichtige Aminosäure L-Tryptophan. Dieser geniale Mix macht die tropischen Beeren (botanisch gehören sie nämlich tatsächlich zu dieser Gattung) zum idealen Stress-weg-Snack zwischendurch.

Aufgeschnittene Avocado auf auf Avocados.

Avocados

Ob als Brotaufstrich, im Salat oder dem Smoothie: Avocados gelten als Superfood schlechthin – und punkten als Nervennahrung mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie hohen Dosen an nahezu allen Vitaminen, die zur Stresslinderung beitragen können. Um nicht nur dich, sondern auch die Natur etwas zu entlasten, solltest du aber die Ökobilanz der wasserhungrigen Früchte im Blick behalten: Also nicht zu viel davon essen – und am besten auf kurze Transportwege achten!

Spinatblätter.

Spinat & anderes grünes Gemüse

In Sachen Nervennahrung kann man hier gleich mehrere grüne Haken setzen – etwa bei Vitamin C, das sowohl Spinat, Mangold, Brokkoli und Grünkohl reichlich zu bieten haben. Hinzu kommt der Mineralstoff Magnesium, auf den unser Körper gerade in herausfordernden Situationen besonders angewiesen ist. Wichtig: Spinat und Mangold enthalten im rohen Zustand viel Oxalsäure. Da sich dieser Stoff die Aufnahme bestimmter Nährstoffe hemmen kann, solltest du die Gemüsesorten nur in begrenztem Maße ungekocht verzehren.

Kakaobohnen und Kakaopulver.

Kakao und Schokolade

Hieß es nicht gerade „Vorsicht mit Schokolade?“, wenn wir unter Strom stehen? Darauf ein klares Jein. Denn im Gegensatz zur zucker- und kalorienreichen Milchschokolade findet sich in dunkler Schokolade mit mindesten 60 % Kakaogehalt tatsächlich die oben genannte Aminosäure L-Tryptophan sowie der stimmungsaufhellenden Stoff Theobromin. Allerdings: Um uns wirklich aus Stressphasen herauszuholen, reichen die Mengen nicht aus. Dass wir uns nach dem Genuss trotzdem häufig besser fühlen, lässt sich eher mit psychologischen Effekten erklären¹.

Nussvielfalt.

Nüsse

Sehr viel Gutes auf kleinstem Raum komprimiert: Nüsse sind für eine gesunde Ernährung ein absolutes Muss – und auch als Nervennahrung äußerst talentiert. Neben reichlich Proteinen und wertvollen Fetten liefern sie u. a. große Mengen an Kalium und Vitaminen der B-Gruppe. Als gesundheitsfördernde und nervenschonende Snacks zwischendurch empfehlen sich vor allem naturbelassene (!) Walnüsse, Haselnüsse, Paranüsse – aber auch Cashewkerne (die eigentlich gar keine Nüsse sind). Perfekt kombinieren lassen sich Nüsse natürlich im Müsli mit Haferflocken; schließlich sicherst du dir dank vielen Mineralstoffe, B-Vitaminen und Co. in Haferflocken nochmals eine Extraportion Stressresistenz.


Übrigens: Aktuelle Forschungen deuten darauf hin, dass regelmäßiger Nusskonsum bei Erwachsenen sogar das Risiko für Depressionen senken kann².

Balance bewahren:

Ganzheitlich zu mehr Gelassenheit

Nur durch bewusstes Essen und gesunde Lebensmittel hat sich das mit dem Stress leider meistens noch nicht gegessen … Denn wie schon Sebastian Kneipp immer wieder betonte, kommt es vor allem darauf an, im Leben insgesamt die Balance zu halten. Und dazu gehören eben auch Themen wie ausreichend Bewegung – zum Beispiel bei einem Waldspaziergang – oder regelmäßige Auszeiten: Die kannst du dir bei einer gemütlichen Tasse Tee gönnen, aber auch, indem du etwa beruhigende Achtsamkeitsübungen bewusst in deinen Alltag integrierst. Sie helfen dir dabei, vom Gedankenchaos loszukommen und innere Unruhe zu reduzieren.

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