Eine Frau steht bis fast zum Knie in einem See und symbolisiert das Wassertreten.
Eine Frau steht bis fast zum Knie in einem See und symbolisiert das Wassertreten.
So kannst du Schritt für Schritt dein Wohlbefinden steigern

Wassertreten nach Kneipp

Augen zu – und ab ins Eisbad? Keine Sorge: Sollte bei dir allein die Vorstellung spontane Gänsehaut auslösen, kommt hier gleich die Entwarnung! Selbstverständlich kannst du deiner Gesundheit auch mit weniger Überwindung etwas Gutes tun. Das beste Beispiel hierfür ist die wohl bekannteste Anwendung Sebastian Kneipps mit kaltem Wasser: das Wassertreten. Was der „Wasserdoktor“ seinen Patienten schon vor weit über hundert Jahren ans Herz legte, erlebt heute – zusammen mit vielen weiteren Wasseranwendungen – eine wahre Renaissance. Und das vollkommen zu Recht. 

Frau beim Wassertreten in einem See.

Wirklich wirksam: Das bringt dir Wassertreten

So unscheinbar diese von Kneipp einst so geschätzte Anwendung daherkommt, so genial ist das Wirkprinzip dahinter: Physiologisch gesehen ziehen sich durch den Kältereiz an Füßen und Beinen nämlich die sogenannten Kapillaren, hauchdünne Blutgefäße, zusammen. Diese Kontraktion fördert den Blutfluss respektive die Durchblutung – mit vielen positiven Auswirkungen.


Durch Wassertreten nach Kneipp:

  • wird dein Kreislauf angeregt
  • kommt tagsüber dein Stoffwechsel auf Trab und du fühlst dich erfrischt
  • kannst du dich am Abend beruhigen und leichter Einschlafen
  • stärkst du dank des gesteigerten Blutflusses auch deine Venen – was Krampfadern vorbeugt bzw. entsprechende Beschwerden lindert

Bei Gesunden bezwecken sie [kalte Fußbäder] Auffrischung und Kräftigung (…). Sie ziehen Müdigkeit aus, bringen Ruhe und guten Schlaf.

Schwarz-weiß Portrait von Sebastian Kneipp.
Sebastian Kneipp
Füße im Wasser.

Wo geht’s zum Wassertreten?

Falls du jetzt schon ein gewisses Kribbeln in den Füßen verspürst, denkst du womöglich spontan an klassische Kneipp Wasser-Tretbecken in Wellness-Oasen, Thermen, Schwimmbädern oder modern gestalteten Parks. Und natürlich liegst du damit auch vollkommen richtig! Aber es gibt noch viel mehr Möglichkeiten, dem kleinen feinen Gesundheitsritual nachzugehen: Solange das Wasser kalt genug ist (also eine Temperatur unter 18 Grad) und dir nicht höher als bis zum Knie reicht, tut es nämlich ebenso der Bach um die Ecke oder das seichte Ufer des nächstgelegenen Sees. Und dann sind da ja noch die eigenen vier Wände. Falls du in deinem Bad eine Wanne hast, kannst du diese als tolle Alternative zu Tretbecken und Co. nutzen, um die beliebte Kneipp Wasseranwendung ganz leicht ganz privat umzusetzen. 

Wassertreten zu Hause – eine Anleitung

  • Fülle deine Badewanne mit kaltem Wasser, sodass es maximal bis unter die Kniekehlen reicht.
  • Steige in die Wanne und schreite auf der Stelle.
  • Wichtig: Ziehe bei jedem Schritt ein Bein inklusive Fuß – wie im Storchengang – komplett aus dem Wasser und beuge dabei die Fußspitze nach unten. Nur so kann die Anwendung optimal wirken.
  • Sobald das Kältegefühl zu stark wird, beende den Vorgang. 
  • Im Anschluss streifst du am besten das Wasser mit den Händen von den Beinen und trocknest dann die Füße ab.
  • Ziehe jetzt Strümpfe und Schuhe an und verschaffe dir durch Fußgymnastik oder Gehen ein angenehmes Wärmegefühl. 


Wann lieber kein Wassertreten?

Achtung: Während der Menstruation ist beim Wassertreten Vorsicht geboten – beobachte hier genau, ob dein Körper die Anwendung gut verträgt oder sich geschwächt fühlt. Mit Harnwegsinfektionen, Blasen- und Nierenkrankheiten, Unterleibsinfektionen und schweren arteriellen Durchblutungsstörungen solltest du besser ganz auf Wassertreten verzichten.

Frau beim Wassertreten im seichten Gewässer.

Wissenschaftlich belegt: Boost fürs Immunsystem

Im Zusammenhang mit Wasseranwendungen fällt bekanntlich häufig das Stichwort „Abhärtung“ – womit im Endeffekt die Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte gemeint ist. Doch lässt sich das auch wissenschaftlich belegen? Ein Forschungsteam der Klinik für Orthopädie und Physikalische Medizin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ging dieser Frage in einer Studie¹ auf den Grund, in der die konkreten Effekte von Wassertreten nach Kneipp auf das Immunsystem untersucht wurden. Dabei entnahm man Proband:innen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren Blutproben, bevor sie eine vierwöchige Serie Wassertreten absolvierten. Im Anschluss daran folgten nach 1, 3, 6 und 12 Monaten weitere Bluttests, begleitet von einem „Infekt-Tagebuch“.


Das Ergebnis fiel dabei erstaunlich eindeutig aus: Im Vergleich zur Kontrollgruppe, deren Mitglieder die Kneipp Anwendung nicht durchgeführt hatten, war die Konzentration der für die Immunabwehr wichtigen T-Lymphozyten bei den Proband:innen der ersten Gruppe deutlich erhöht. Parallel dazu traten dort in den ersten vier Wochen kaum Infekte auf; während der folgenden Monate verliefen Infekte außerdem kürzer und milder als bei der Kontrollgruppe. Damit konnten die Wissenschaftler:innen sowohl laborchemisch als auch klinisch „wasserdicht“ nachweisen:

Wassertreten ist gesund – und stärkt das Immunsystem!

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