Nahaufnahme von Wacholderbeeren
Nahaufnahme von Wacholderbeeren

Wacholder: von Mumien und bösen Geistern – eine mystische Gewürzpflanze

Kurz & knapp

Wissenschaftlicher Name: Juniperis communis L.

Volksnamen: Machandelbeeren, Kranewitterbeeren, Kaddigbeeren, Machandel, Reckholder und Karwendel

Arzneibuchbezeichnungen: Wacholderbeeren Ph.Eur. (Juniperi pseudo-fructus), Wacholderbeeröl (Juniperi aetheroleum)

Familie: Cupressaceae (Zypressengewächse)

Herkunft: Europa, Nordasien und Nordamerika

Botanik: Der Wacholder gehört zu den Nadelhölzern und hier zur Familie der Zypressengewächse.

Erntezeit: September bis Oktober; von den naturgeschützten Wacholderpflanzen dürfen allerdings nur die Beeren gesammelt werden.

Verwendete Pflanzenteile: Beerenzapfen

Wissenswertes zum Wacholder

Historische und volkstümliche Verwendung

Den Wacholder umgab schon immer Mystisches: Die Ägypter verliehen den Mumien mithilfe seiner Beeren magischen Schutz, für die Germanen war er Symbol ewigen Lebens – und den Kelten galt er als eine der wichtigsten Zauberpflanzen, deren Rauch Dämonen, Ungeziefer und Schlangen vertrieb.

Wissenswertes zum Wacholder

Medizinische Einsatzbereiche des Wacholders kannten bereits die Griechen und Römer im Altertum. Hippokrates (460–370 v. Chr.) nutzte die Beeren zur äußerlichen Wundbehandlung. Der Arzt Dioskurides empfahl Wacholder bei Brustleiden, Husten, Leibschmerzen und Bissen wilder Tiere. Im Volksglauben bannt Wacholder alle bösen Geister und schützten vor Verwünschungen durch Teufel und Hexen. Dazu legte man beim Hausbau seine Äste ins Fundament.

Bei Stein und Gries, bei Nierenleiden, haben die Wacholderbeeren seit alten Zeiten guten Ruf.

Sebastian Kneipp Quote
Sebastian Kneipp
Der Wacholder hilft bei Gelenkbeschwerden

Heutige Verwendung

Wacholder erfreut sich wegen seiner stoffwechsel- und durchblutungsanregenden Reize großer Beliebtheit. Als wärmendes und muskelentspannendes Bad wird er bei Verspannungen oder nach dem Sport verwendet. Arzneilich kommt Wacholder sowohl innerlich bei Verdauungsbeschwerden oder zur Durchspülung der Niere, als auch äußerlich bei Muskel- und Gelenkschmerzen zum Einsatz.


Besondere Vorsicht ist jedoch in der Schwangerschaft, bei chronischer Nierenschwäche oder entzündlichen Nierenerkrankungen geboten. Dann sollte Wacholder nicht angewendet werden.

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