Nauhaufnahme eines Astes vom Mandelbaum mit Blüten
Nauhaufnahme eines Astes vom Mandelbaum mit Blüten

Der Mandelbaum – ein kostbarer Klassiker

Kurz & knapp

Wissenschaftlicher Name: Prunus dulcis MILL.

Familie: Rosaceae (Rosengewächse)

Herkunft: Ursprünglich vermutlich aus dem subtropischen China und Vorderasien, heute vor allem im Orient, Mittelmeerraum, in Südeureopa sowie in Kalifornien, Südaustralien und Südafrika. 

Botanik: Der Mandelbaum ist ein mittelhoher Baum oder Strauch.

Verwendete Pflanzenteile: Mandelkerne, aus denen durch Kaltpressung Mandelöl gewonnen wird.

Blütenpracht eines Mandelbaumes
Das aus den Kernen des Mandelbaums gewonnene Mandelöl galt schon im alten Ägypten als Beautygeheimnis.

Historische und volkstümliche Verwendung

Du denkst, Anti-Aging ist ein Phänomen der Neuzeit? Weit gefehlt! Schon die alten Ägypter interessierten sich für Verjüngungskuren aller Art. Zu Kleopatras Zeiten galt das aus den Kernen des Mandelbaumes gepresste Mandelöl als echter Bestseller in der Schönheitspflege. Überlieferungen zufolge schwor die Pharaonin auf die Wirkung der kostbaren Flüssigkeit.¹


Doch nicht nur im alten Ägypten galt Mandelöl als Beautygeheimnis. Auch die alten Römer verwendeten die süßen und bitteren Mandelsorten als Arznei sowie zur Herstellung von Hautpflegemitteln.²


In der Volksmedizin wurde Mandelöl seit der Antike zur innerlichen Anwendung bei verschleimten Bronchien, Magenbeschwerden und Bauchgrimmen verwendet. Äußerlich aufgetragen soll es gegen Hautrötungen, Haarschuppen und Haarausfall helfen und Hautirritationen entgegenwirken. 

Aus botanischer Sicht ist die Mandel ein Steinobst

Heutige Verwendung

Bei uns in Nord- und Mitteleuropa ist der Mandelbaum eher als Ziergewächs bekannt, da er mediterranes Klima, einen sonnigen Standort sowie warme, luftige, etwas kalkhaltige Böden bevorzugt. Seine Früchte, die Mandeln, sind am Baum umgeben von einer harten Schale und diese wiederum von einer leicht fleischigen Hülse. Der Mandelbaum ist aus botanischer Sicht ein Steinobstbaum. Richtig gelesen: Genau wie den Pfirsich oder den Apfel klassifizieren Botaniker die Mandel als den Kern einer Frucht.³ Steinfrüchte werden in Steinobst mit essbarem Fruchtfleisch (z. B. Pfirsich, Olive, Kirsche) oder Steinobst mit essbarem Kern klassifiziert; In letztere Rubrik reiht sich die Mandel oder auch die Pistazie.


Der Vergleich der Mandel mit einer Nuss lässt sich auf die relative Härte der Mandel zurückführen, ähnlich der einer Nussfrucht. Darüber hinaus enthalten Mandeln – genau wie Nüsse – einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Die essbare Variante der Mandel kennen wir heutzutage als Snack aus der Nussabteilung des Supermarkts unseres Vertrauens.


Es gibt drei unterschiedliche Mandelarten: Die süße Mandel, die Bittermandel und die Krachmandel.

Pflanzenöl aus Mandeln

Süße Mandel

Süße Mandeln kennen wir als Zutat für allerlei Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen oder Plätzchen. Auch die Leckerei Marzipan wird aus den süßen Mandeln gewonnen. Das fette Pflanzenöl der Mandelkerne, das oftmals in der Kosmetik Verwendung findet, wird ebenfalls aus süßen Mandeln, aber auch aus Bittermandeln gewonnen.

Das süße Mandelöl soll unter den Ölen der Hausapotheke einen der ersten Plätze einnehmen.

Sebastian Kneipp
Sebastian Kneipp
Optisch kaum zu unterscheiden: Bittermandel und süße Mandel

Bittermandel

Die Bittermandel ist äußerlich kaum von der süßen Mandel zu unterscheiden. Doch der Schein trügt: Anders als die süßen Mandeln sind Bittermandeln nicht zum rohen Verzehr geeignet. Denn die Bittermandel enthält die organische Verbindung Amygdalin. Verzehren wir die Bittermandel in rohem Zustand, spaltet sich während der Verdauung giftige Blausäure ab. Durch Erhitzen oder Kochen der Bittermandel verflüchtigt sich die Blausäure größtenteils.²


Glücklicherweise hat Mutter Natur die Bittermandel mit einem kleinen Warnhinweis versehen. Den Geschmack einer rohen Bittermandel nimmt unser menschlicher Geschmackssinn als extrem bitter und unappetitlich wahr. Ein indirekter Hinweis der Geschmacksknospen an unser Gehirn: Achtung, übermäßiger Verzehr gefährlich!


Am häufigsten kannst du der Bittermandel in verarbeitetem Zustand begegnen: Beispielsweise als Aromatisierung in Likören (z. B. Amaretto) oder als Backaroma.

Die weichschaligen Krachmandeln lassen sich mit der Hand knacken

Krachmandel

Die Krachmandel ist eine Variante der Süßmandel, besitzt allerdings eine weichere, brüchige Schale. Durch diese lassen sich Krachmandeln auch leichter knacken. Beliebt sind Krachmandeln besonders in der Weihnachtszeit.

Die Mandel als Inhaltsstoff in Kosmetik

Die Mandel als Inhaltsstoff in Kosmetik

Mandelöl ist ein echtes „Allroundkosmetikum“. Man findet es in Haut- und Massageölen, Ölbädern, Salben sowie Haarpflegepräparaten. Aufgrund seines ausgesprochen hohen Gehalts an Ölsäure (Omega-9-Fettsäure)⁵ zählt Mandelöl zu den kostbarsten Pflanzenölen. Ölsäure besitzt etliche positive Eigenschaften; beispielsweise trägt sie zur Aufrechterhaltung der Elastizität und Hydration der epidermalen Barriere bei. 

Mandelöl wirkt reizlindernd, feuchtigkeitsspendend und unterstützt die natürlichen Regenerationsprozesse der Hautbarriere. Es pflegt und schützt normale, wie auch spröde, zu Schuppung und Juckreiz neigende Haut und verleiht ihr ein weiches, seidiges Aussehen. Es ist selbst für empfindlichste Haut sehr gut verträglich und deshalb auch für die Babypflege geeignet.

Mandelblüte und Mandelkerne

Schon gewusst?

Bereits im Alten Testament spielt der Ast eines Mandelbaumes eine entscheidende Rolle: Durch sein wundersames Aufblühen zeigte er an, welchen der Kandidaten Jehova zum Hohepriester auserkoren hatte. „Und es geschah am nächsten Tag […], daß Aarons Stab für das Haus Levi gesproßt hatte, und er brachte Knospen hervor und trieb Blüten und trug reife Mandeln.“ (Altes Testament, 4. Buch Mose 17,8)


Übrigens: Im US-amerikanischen Sonnenstaat Kalifornien werden rund 80% der weltweiten Mandeln angebaut.⁴

Mandel: 50-64 % fettes Öl, 25-35 % Protein, 0,5-0,8 % ätherisches Öl, Vitamine und Mineralstoffe.

Mandelöl: Ölsäure (ca. 71 %), Linolsäure (ca. 19 %), Palmitinsäure (ca. 5 %).

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