Frau liegt fröhlich in Bauchlage im Bett und stützt ihren Kopf auf den Händen ab.
Frau liegt fröhlich in Bauchlage im Bett und stützt ihren Kopf auf den Händen ab.
Ein echter Liebling unserer Zellen:

Was macht Folsäure für uns Menschen so wichtig?

Vitamin A für die Augen, Vitamin C fürs Immunsystem, Folsäure für ...? Wofür ist Folsäure eigentlich gut? Am häufigsten begegnet sie uns, wenn es ums Schwangerwerden oder Schwangersein geht. Doch auch im „ganz normalen Alltag“ hat Folsäure definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient. Schließlich ist der Mikronährstoff an ganz zentralen Prozessen im menschlichen Körper beteiligt: von der Zellteilung bis zur Blutbildung. Wir haben für dich mal gründlich recherchiert, was du zum Thema Folsäure aka Folat wissen solltest. Bereit für einen kleinen Deep Dive?

Dunkelgrüner Hintergrund, darauf weißer Text: Vitamin B9

Folat, Vitamin B9, Vitamin M ... Was ist Folsäure überhaupt?

Wer sich genauer mit Folsäure beschäftigt, stolpert zwangsläufig über verschiedene Begriffe. Schaffen wir mal Klarheit: Folsäure ist die Bezeichnung für synthetisch, also künstlich hergestelltes Folat – das wiederum zu den wasserlöslichen Vitaminen der B-Gruppe gehört. Dieses Folat steckt in vielen verschiedenen Lebensmitteln, vor allem in grünem Blattgemüse. Daher stammt übrigens auch der Name: Folat leitet sich von lat. folium (Blatt) ab. Im internationalen „Vitamin-Katalog“ hat sich für Folat bzw. Folsäure die Bezeichnung Vitamin B9 durchgesetzt. Von „Vitamin M“ und „Vitamin B11“ spricht man heute kaum noch.

Frau in braunem Strickpullover steht entspannt an der Küchenzeile vor einer Fensterfront.

Mikronährstoff mit großer Agenda: Was bewirkt Folsäure im Körper?

21, 22, 23 ... In diesen drei Sekunden haben sich in unserem Organismus mehrere Millionen Zellteilungen abgespielt¹. Ein echtes Wunderwerk der Natur, ohne das wir sprichwörtlich ziemlich alt aussehen würden. Doch was hat das Ganze mit Folat zu tun bzw. was passiert, wenn Folsäure ihre Funktion im Körper entfaltet? Eine ganze Menge! Immerhin leistet das Vitamin einen bedeutenden Beitrag zur Entstehung von Nukleinsäuren, die – vereinfacht gesagt – den Bauplan unseres Lebens tragen. Gleichzeitig spielt Folat eine zentrale Rolle bei der Bildung roter Blutkörperchen².


Doch Wunderwerk hin oder her: Selbst herstellen kann unser Körper Folsäure nicht. Wir müssen sie über unsere Ernährung regelmäßig zuführen. Deshalb wird in einigen Ländern Folsäure Nahrungsmitteln auch gezielt zugesetzt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Menschen ab 13 Jahren eine Aufnahme von 300 μg Folat pro Tag³.

Wenn neues Leben heranwächst: 

Babybauch mit Schatten von Pflanzen darauf.

Warum ist in der Schwangerschaft Folsäure besonders wichtig?

In der Regel ist es kein Problem, über die Ernährung auf die richtige Menge an Folat zu kommen. Etwas anders verhält sich das Ganze, wenn im Körper neues Leben entsteht: Die empfohlene Menge an Folsäure für Schwangere beträgt 550 μg pro Tag, während der Stillzeit sind es 450 μg. Im ersten Trimester sollten Schwangere on top 400 μg Folsäure über Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen; laut DGE lässt sich durch zusätzliche Folsäure das Risiko schwerwiegender Fehlbildungen bei Kindern reduzieren⁴. Bleibt natürlich noch der Umstand, dass man nicht immer gleich merkt, ob man „in anderen Umständen“ ist.


Daher gilt: Wenn du schwanger werden könntest oder möchtest, nimm am besten täglich ergänzend ein Präparat mit 400 μg Folsäure ein.

Feldsalat in einer kleinen, grünen Salatschüssel.

Welche Lebensmittel mit Folsäure sollten auf den Speiseplan?

Wir wetten jetzt einfach mal, dass bei deinem letzten Wocheneinkauf folathaltige Lebensmittel im Korb gelandet sind! Denn der Mikronährstoff ist alles andere als ein „Exklusiv-Vitamin“, das nur in exotischen Superfoods schlummert. Wie viel Folsäure Lebensmittel enthalten können, die man überall bekommt, zeigt etwa der „gute alte“ Feldsalat: Schon 100 g davon liefern circa 145 μg Folat – und damit fast die Hälfte des regulären Tagesbedarfs eines Erwachsenen. Ebenfalls reich an dem wertvollen Vitamin sind gegarter Blattspinat (105 μg/100 g), gegarte Erbsen (78 μg/100 g) sowie roher Kohlrabi (70 μg/100g). Gut auf dem gesunden Speiseplan machen sich außerdem Eier, rote Paprika, Grünkohl, rote Erdnüsse, Lachs, Camembert, Erdbeeren und Orangen⁵. 


Wichtig: Folate sind licht- und hitzeempfindlich⁶. Achte daher auf die passende Lagerung und eine möglichst schonende Zubereitung.

FAQs: Was du zu Folsäure noch wissen solltest

Folat wird hauptsächlich in der Leber gespeichert – allerdings nicht für lange Zeit. Bleibt der Nachschub dauerhaft aus, kommt es zu chronischem Folsäuremangel. Dieser kann wiederum ernsthafte Erkrankungen auslösen⁷.

Folat ist an der Bildung roter Blutkörperchen beteiligt. Eine dauerhafte Unterversorgung führt daher häufig zu „Blutarmut“ (Anämie); das passiert übrigens unabhängig davon, ob der Folsäuremangel im Alter oder in jüngeren Jahren auftritt. Typische Symptome sind unter anderem Müdigkeit, Schwäche, Blässe oder Schwindel⁸.

Wenn du Folat über Lebensmittel zu dir nimmst, in denen das Vitamin natürlicherweise vorkommt, lautet die Antwort nein. Etwas anders sieht das bei angereicherten Lebensmitteln oder hochdosierten Folsäurepräparaten aus: Werden mit ihrer Hilfe mehr als 1.000 μg pro Tag aufgenommen, kann das die Symptome eines möglichen Vitamin B12-Mangels überdecken⁹. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit zieht daher die Grenze bei 1.000 μg pro Tag für Erwachsene, Schwangere und Stillende¹⁰.

Vielleicht hast du ja schonmal von der Aminosäure Homocystein gehört. Man dachte lange, dass zu viel davon im Blut Herz-Kreislauferkrankungen begünstigt. Daher empfahl man Betroffenen, vorsorglich Folsäure einzunehmen, weil sie zusammen mit Vitamin B6 und B12 den Homocystein-Wert senken kann. Mittlerweile weiß man es aber besser: Laut Deutscher Herzstiftung ist ein erhöhter Homocystein-Wert kein eigenständiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen, sondern tritt nur begleitend mit ihnen auf¹¹.

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