Frau steht entspannt in einem hellen, modernen Raum und hält eine Tasse in der Hand.
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Wie lassen sich Ohren richtig reinigen?

Ein typischer Morgen im Badezimmer. Gesicht waschen, Zähne putzen, Haare stylen – dann der Griff zum Wattestäbchen: Ohrenschmalz entfernen. Kommt dir das bekannt vor? Für viele gehört die Ohrenreinigung zur täglichen Routine. Doch ist das eigentlich nötig? Und sind Wattestäbchen hier wirklich das Mittel der Wahl? Es kursieren unzählige „beste Tipps“, wie sich Ohren richtig reinigen lassen. Wir haben uns für dich schlau gemacht. In diesem Beitrag erfährst du alles zum Thema Ohrenpflege: Wie reinige ich meine Ohren richtig? Welche Partien sollten lieber unberührt bleiben? Und welche Hilfsmittel lassen sich zur Ohrenreinigung verwenden?

Frau steht vor einem Spiegel im steht in einem hellen Badezimmer und berührt leicht ihren Hals.

Warum Ohrenschmalz besser ist als sein Ruf

Zugegeben: Rein optisch ist Ohrenschmalz nicht gerade eine Augenweide. Aber tatsächlich hat es der in der Fachsprache Cerumen genannte körpereigene Stoff faustdick hinter den Ohren. Das fetthaltige Sekret wirkt nämlich wie eine körpereigene Schutzcreme zwischen Trommelfell und Ohrmuschel. Es hält den Gehörgang geschmeidig und fängt Staub oder andere Fremdkörper ab. Da Ohrenschmalz von Natur aus leicht sauer ist, kann es außerdem bakteriellen Entzündungen vorbeugen.

Müssen wir überhaupt unsere Ohren sauber machen?

Nochmal kurz zurück zur Morgenroutine. In einer Sache sind unsere Ohren den Zähnen eine Nasenlänge voraus: Denn in der Regel läuft die Ohrreinigung praktisch von selbst ab. Während wir sprechen, kauen oder gähnen, wird das im Gehörgang gebildete Ohrenschmalz langsam und kontinuierlich nach außen transportiert. Nur wenn dieser Prozess gestört ist – falls etwa unser Körper zu viel Ohrenschmalz bildet –, kann es sinnvoll sein, Ohrenschmalz entfernen zu lassen. Die Betonung liegt auf „lassen“; im empfindlichen Gehörgang müssen unbedingt Profis ran. Wattestäbchen und Co. haben hier striktes Hausverbot.


Hand führt ein Wattestäbchen vorsichtig an das Ohr.

Sanfte Ohrenreinigung: Anleitung, Tipps und Co.

Das Wichtigste gleich vorab: Wenn du deine Ohren selbst reinigen willst, beschränke dich unbedingt auf die sichtbaren Teile der Ohrmuscheln. Dafür brauchst du nicht mehr als lauwarmes Wasser, einen Waschlappen oder ein Wattepad. Beginne am besten mit dem (oft vernachlässigten) Teil hinter den Ohren, wo sich gerne abgestorbene Hautschuppen und Fusseln ansammeln. Dann geht's an die eigentliche Ohrreinigung. Um überschüssigen Ohrenschmalz zu lösen genügen schon leichte Wischbewegungen in den Ohrmuscheln. 


Tipp: Fühlen sich Teile deiner Ohren trocken und spröde an, kannst du sie mit ein paar Tropfen Mandel- oder Olivenöl einmassieren. Ohren sauber machen klappt natürlich auch prima beim Duschen, indem du einfach mit den schon sauberen Fingern ans Werk gehst. Achte aber darauf, dass kein Wasser in den Gehörgang gelangt.

FAQs: Was beim Thema Ohrenreinigung noch wichtig ist

Wattestäbchen solltest du niemals in den Gehörgang einführen und sie am besten gar nicht zur Ohrreinigung verwenden. Statt Ohrenschmalz zu lösen, würdest du es nämlich nur tiefer ins Innere des Ohrs schieben. So könnte ein fester Pfropf entstehen¹. Hinzu kommt ein hohes Verletzungsrisiko am empfindlichen Trommelfell.

Ein klares Nein! Ohrenkerzen bestehen meist aus Bienenwachs, ätherischen Ölen und weiteren Hilfsstoffen. Durch die Hitze beim Abbrennen soll ein Unterdruck entstehen, durch den sich Ohrenschmalz lösen lässt. Soweit die Theorie. Hierfür gibt es aber keinerlei Belege. Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e. V. warnt sogar ausdrücklich vor dem Gebrauch, durch den es zu ernsten Verletzungen in Ohrmuschel oder Gehörgang kommen kann².

Falls du ein Druckgefühl auf dem Ohr hast oder plötzlich schlechter hörst, kann dahinter tatsächlich ein Ohrenschmalzpfropf stecken. Versuche dann bitte nicht, die Ohren selbst zu reinigen oder sogar auf eigene Faust eine Ohrspülung zu machen! Wende dich stattdessen an eine HNO-Praxis. Dein Arzt/deine Ärztin kann eine professionelle Ohrenreinigung durchführen und zum Beispiel das Ohrenschmalz absaugen. Manchmal kommen bei verstopften Ohren auch Ohrentropfen zum Einsatz, die das Ohrenschmalz lösen.

Wenn man Stöpsel, Kopfhörer und Co. häufig und lange am Stück trägt, können sie den Abfluss des Ohrenschmalzes hemmen. Das Sekret sammelt sich dann an und verhärtet in vielen Fällen – was wiederum das Hörvermögen beeinträchtigt. Hier ist also eine regelmäßige professionelle Ohrenreinigung empfehlenswert³.

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