Illustration auf Echtbild: Setzling wächst aus der Erde
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Analysieren, reduzieren, kompensieren:

Klimaschutz bei Kneipp

Balkonien oder Bali? Bahn oder Autobahn? Bio oder Best Price? Solche Fragen geistern vielen in Zeiten eines menschengemachten Klimawandels regelmäßig durch den Kopf. Denn was lange als ziemlich abstrakt erschien, zeigt seine Auswirkungen inzwischen ganz konkret, auch vor unserer Haustüre: seien es Überschwemmungen wie die verheerende Flut im Ahrtal 2021, immer häufigere Dürresommer, Waldbrände oder ganz banal die welken Rosen im eigenen Garten. Die Klimakrise verändert schon jetzt ganz konkret unser Leben.


Das hinterlässt bei mehr und mehr Menschen ein beklemmendes Gefühl – und steigert die Bereitschaft, den eigenen CO₂-Fußabdruck kritisch zu beleuchten. Ganz klar, dass wir als produzierendes Unternehmen unseren Beitrag leisten. Also: Wie steht es um den Klimaschutz bei Kneipp? Welche Wege legen die Inhaltsstoffe unserer Kosmetik zurück? Woher stammt die Energie für deren Verarbeitung? Und stellt Kneipp eigentlich sogenannte klimaneutrale Produkte her? 

CO2-Fußabdruck kurz erklärt:

Was sind Scopes?

Wie viele CO₂-Emissionen verursacht ein Unternehmen – und in welchen Bereichen? Um das möglichst nachvollziehbar darzustellen, gibt es den Corporate Carbon Footprint (CCF), der sich auf Basis des international anerkannten Greenhouse Gas Protocols in drei Bereiche, also drei Scopes unterteilt. Scope 1-Emissionen stammen demnach aus Quellen, die eine Firma direkt verantwortet oder kontrolliert: zum Beispiel aus der Heizanlage eines Gebäudes oder dem Fuhrpark; unter Scope 2 fallen indirekte Treibhausgasemissionen – wie etwa aus dem Einkauf von Strom. Die Kategorie Scope 3 wiederum umfasst alle indirekten Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette; also auch solche, die beispielsweise bei Lieferanten oder Transportdienstleistern entstehen.

Scope 1 und 2:

Unser Beitrag zum Pariser 1,5-Grad-Ziel

Windkraftanlagen auf Feldern im Sonnenschein.
Projekte zur CO₂-Kompensation umfassen beispielsweise die Förderung regenerativer Energien

Kneipp arbeitet seit vielen Jahren daran, seine CO₂-Emissionen zu reduzieren. So fiel bereits 2010 die Entscheidung, auf Strom aus Wasserkraft umzustellen. Unser Ziel ist die lokale Klimaneutralität (in Scope 1 und 2). Wichtig: Wenn wir von Klimaneutralität sprechen, bezieht sich das immer auf die Reduktion der durch uns beeinflussbaren Scope-1- und -2-Emissionen: Net Zero bis 2030. Der größte Hebel ist dabei die Umstellung auf eine klimaneutrale Wärmeerzeugung, beispielsweise durch den Einsatz weiterer Wärmepumpen oder die Umstellung auf Biogas. 

(Eine Auflistung unserer Emissionen findest du in unserem Nachhaltigkeitsbericht sowie in der jährlichen Kneipp Umwelterklärung, die Kneipp GmbH erhebt ihren Corporate Carbon Footprint (CCF) in Scope 1 und 2 seit 2010; seit 2013 sind auch Scope-3-Emissionen erfasst. Die Berechnungen erfolgen nach dem Greenhouse Gas Protocol (GHG) und werden durch ClimatePartner verifiziert.)


Auch externe Entwicklungen, wie der Strommix deutscher Ladesäulen, hat Einfluss auf unsere CO2-Bilanz.

Immer dann, wenn und solange Emissionen wie diese für uns (noch) nicht vermeidbar sind, kommt für uns das Thema Kompensation ins Spiel: Dabei unterstützt man Projekte, dank derer CO₂ in der Luft gebunden wird oder gar nicht erst dorthin gelangt. Die Bandbreite reicht von Wiederaufforstung über die Renaturierung von Mooren bis hin zur Förderung regenerativer Energien. 

Wir haben bereits seit 2012 mit der Kompensation unserer CO₂-Emissionen begonnen und kooperieren dafür mit dem Unternehmen ClimatePartner. Seit 2021 ist die Kneipp GmbH klimakompensiert in Scope 1 und Scope 2.

(Die CO₂-Emissionen in den Scopes 1 und 2 der Kneipp GmbH durch Strom- und Gasverbrauch

sowie den Fuhrpark betragen für das Jahr 2025 1.025 Tonnen. Diese werden über Kompensationszertifikate via Climate Partner mit einem Sicherheitszuschlag von 10% (1.128 t CO₂) neutral gestellt.)

Scope 3:

Nahaufnahme von Arnika-Setzlingen
Scope-3-Emissionen umfassen beispielsweise Emissionen, die beim Rohstoffanbau entstehen

Gibt es klimaneutrale Produkte?

Wenn wir die CO2-Emissionen, die mit einem Produkt zusammenhängen, also den Product Carbon Footprint betrachten, dann spielen nicht nur unsere eigenen Emissionen als Hersteller eine Rolle (Scope 1 und 2), sondern auch jene, die in der Lieferkette und damit in Scope 3 entstehen (z.B. beim Anbau von Rohstoffen für das Produkt oder beim Transport). Sprich: Rund um die Herstellung von Produkten kommt es in der Regel ganz unvermeidbar zum Ausstoß von Treibhausgasen. Produkte sind also nicht klimaneutral. Die Reduktion der mit ihnen zusammenhängenden Scope-3-Emissionen birgt einige Komplexität, da wir nicht allein über Maßnahmen entscheiden können. Emissionen bei Lieferanten, Transportunternehmen, ja sogar die Heizung, die euer Badewasser erwärmt, fließen in die Berechnung ein.


Um unser Wissen über die größten Emissionsursachen zu vertiefen, sind wir seit 2023 Mitglied der EcoBeautyScore Association. Die Initiative verfolgt das Ziel, einen Branchenstandard zur Berechnung des Environmental Footprints für Kosmetikprodukte zu etablieren. Mithilfe des Berechnungstools schaffen wir aktuell eine erste Datengrundlage, um gezielt Maßnahmen zur Reduktion der Emissionen in Zusammenhang mit dem Einkauf von Rohstoffen zu entwickeln. 

Beispielprojekte in puncto Klimaschutz:

So sparen wir Energie und reduzieren Emissionen

An den Produktionslinien und in den Büroräumen nutzen wir bereits seit 2013 eine Tageslicht- und präsenzabhängige Lichtsteuerung. Die Beleuchtung geht also aus, wenn es in den Räumen hell genug ist oder sich keine Personen am Arbeitsplatz befinden. Darüber hinaus setzen wir in den meisten Räumlichkeiten energieeffiziente LED-Technik ein, beispielsweise in Büros, in Teilen der Produktion und den Laborbereichen, in den Treppenhäusern und beider Fluchtwegebeleuchtung.

Bereits 2010 haben wir die Entscheidung getroffen unsere deutschen Standorte inklusive der Produktion auf Strom aus Wasserkraft umzustellen. 2011 war damit das erste Jahr, in dem die Kneipp GmbH zu 100% mit regenerativem Stom versorgt wurde. Im Rahmen der Sanierung eines Teilbereichs unserer Dächer haben wir 2022 zudem eine Photovoltaikanlage installiert, um mittels des erzeugten Sonnenstroms unseren Fremdstrombedarf zu reduzieren. 2022 installierten wir an unserem Headquarter eine Wärmepumpe, die eine Gaseinsparung von 90.000 kWh p.a. respektive 18 t CO2 ermöglicht. 2025 kam ein elektrischer Dampferzeuger hinzu, der unsere Emissionen bei angenommener 100%iger Auslastung um 413 t CO2 p.a. reduziert.

Seit 2024 ist für unseren Fuhrpark inklusive der Firmenfahrzeuge ausschließlich die Bestellung von Elektrofahrzeugen zugelassen. An unserem Headquarter stehen inzwischen 16 Ladesäulen zur Verfügung. Zudem gibt es Lademöglichkeiten für Elektrofahrräder.

Im Lauf der vergangenen Jahre haben wir verschiedene Maßnahmen zur Wärmerückgewinnung realisiert – unter anderem die Installation einer Druckluft-Kompressoranlage 2015, bei der die Abwärme aus der Produktion direkt in das Heizsystem eingespeist werden kann. Zudem nutzen wir die im Kompressorraum entstehende Abwärme, um unser Warmwasser vorzuwärmen. Maßnahmen wie diese tragen dazu bei, den Erdgasverbrauch trotz steigender Produktionszeiten nahezu stabil zu halten.


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